Jerichower Land (mey). Schon eine Autofahrt von München zur Ostsee bedeutet für so manch Reisenden eine echte Tortur. Aber die Strecke mit nur einem Pferdegespann und einem Kremser zurücklegen zu wollen, verspricht eine wahre Herausforderung.

Finnie Feneberg aus Südbayern hat gerade ihr Abitur abgelegt. Aber die Zeit, bis sie ihre Ausbildung zur Steuerfachangestellten antreten wird, will sie nicht vergeuden. Einige junge Erwachsene, die sich ihren Schulabschluss erarbeitet haben, reisen nach Kanada oder für ein paar Wochen in die USA oder nach Australien, andere genießen den Sommer lieber zuhause, Finnie Feneberg reist durch Deutschland. Mit einem kleinen Planwagen, der von ihren „Fjordis“ Prinzessin Lilly-Fee und Prinz Morgenstern gezogen wird, fährt sie von Bayern aus bis an die Ostsee und kreuzte auch das Jerichower Land. Mehrere Tage brauchte sie für unseren Landkreis, fuhr durch Pietzpuhl, Burg, Parey, Derben und andere Orte – mit 25 geschafften Kilometern. Pro Tag! Bis sie Burg erreichte, hatte sie schon 900 Kilometer zurückgelegt. Dabei trotzt sie allen Widrigkeiten, schlechtem Wetter, engen Straßen, Baustellen in Halle und zu schmalen Brücken. Es findet sich schon ein Weg, lautet die Devise.
Immer dabei ist Hündin Kimberly und stets Gesellschaft aus der Heimat. Durch das Jerichower Land wurde Finnie von ihren Großeltern und ihrer Freundin Julia begleitet. Abschnittsweise fuhren auch schon Finnies Eltern, ihre Schwester oder andere Freunde im Planwagen mit. Geschlafen wird im Kremser. Nicht immer bietet sich, wie in Pietzpuhl, ein Hof an, der die Pferde über Nacht aufnimmt und einen Stellplatz für den Wagen hergibt. In diesen Fällen wird das Lager am Wegrand – wo es sich eben anbietet – aufgeschlagen. Seit dem 10. Juni 2017 ist Finnie unterwegs und voraussichtlich erst Ende August wird sie wieder zuhause sein. Tagebuch führt sie dabei online. Auf fjordiegespann-ostsee.jimdo.com könne Interessierte sie begleiten.