Scharteucke (mey). Wenn das eigene Herz für alte Motoren und das Reisen schlägt, wird auch so manche Unannehmlichkeit gerne in Kauf genommen.

Markt Wiesenttal im oberfränkischen Landkreis Forchheim im Zentrum der Fränkischen Schweiz in Bayern, viele Kilometer von der Küste entfernt. Schon mit dem Auto bis nach Schleswig Holstein zu fahren, ist eine Herausforderung, die sich wohl jeder zweimal durch den Kopf gehen lässt. Nicht aber Konrad Ziegler. Und für die Reise bevorzugte er nicht gerade einen komfortablen Edelschlitten mit Klimaanlage und Surround-System, sondern ausgerechnet seinen 16 PS-starken Eicher. Sieben Tage brauchte er bis in den Norden Deutschlands und noch einmal so lange, um wieder die Heimat zu erreichen. Zwei verschiedenen Routen folgte er dabei. Gen Norden fuhr er über Hildburghausen in Thüringen, folgte den Flüssen Werra und Weser, durchquerte die Lüneburger Heide und ließ die große Hansestadt Hamburg im wahrsten Sinne des Wortes links liegen. Sieben Tage lang lebte er auf der Straße, hielt, wo es ihm gefiel und fuhr weiter, wenn er soweit war, um endlich die Ostseeküste Schleswig Holsteins zu erreichen, wo er zehn Tage verbrachte und sich für die Rückfahrt rüstete. Hierbei folgte er der Elbe zunächst bis zur Saalemündung – mit einigen Umwegen. Im Jerichower Land fehlte Konrad Ziegler plötzlich der Überblick und so fand er sich ausgerechnet in Scharteucke bei Struppis Feldküche wieder. Der Kartoffelsuppenkönig versorgte den Fremden gern und half ihm, sich zu orientieren. Er staunte nicht schlecht über das Projekt – 2.300 Kilometer allein durch Deutschland, auf einem alten Schlepper mit nur 16 Pferdestärken und nicht mehr als 150 Kilometer am Tag, sich selbst versorgend mit einem Gaskocher und jede Nacht im Anhänger schlafend.