Biederitz (mey). Dass der Rest der Kompanie und die Patengemeinde sie nicht vergessen haben, werden die Soldaten der Bundeswehr, die derzeit in Afghanistan stationiert sind und dort Aufbauhilfe im Krisengebiet leisten, bald erfahren.

Der Bürgermeister der Einheitsgemeinde Biederitz, Kay Gericke, setzte sein Zeichen in der zurückliegenden Woche nicht nur auf ein kaltes Stück Papier. Für die Soldaten der Kompanie, deren Patengemeinde die Einheitsgemeinde Biederitz ist, schickt Biederitz ein Feldpostpaket nach Afghanistan. Darin befindet sich neben Zugfotos der in Deutschland verbliebenen Soldaten der Kompanie, die den Dienstbetrieb in der Heimat aufrecht erhalten, auch die Biederitzer Flagge, signiert unter anderem vom Bürgermeister.
Unteroffizier Nico Haak nahm gemeinsam mit Andy Braune und Max Nieft die Flagge entgegen und berichtete von dem Dienst bei der Bundeswehr. Noch bis November würden seine Kameraden in Afghanistan bleiben, die Hälfte ihrer Zeit im Krisengebiet sei mittlerweile überstanden. Zum Aufbau sei die Kompanie im Einsatz – Schulen und Brücken stünden ganz oben auf der Liste. Doch im heißen Klima, umgeben von kargen Vegetationslandschaften und in vom Krieg gezeichneten Siedlungen, umgeben von immer denselben Menschen, können viereinhalb Monate zur mentalen Bewährungsprobe werden. Das Paket aus der Heimat wird sicher ein wenig Abwechslung bringen und „ihnen zeigen, dass hier in Deutschland noch Kameraden sitzen, die sie nicht vergessen haben“, so hofft zumindest der Unteroffizier.
Wie nervenaufreibend der Einsatz im Sinne des Wiederaufbaus sein kann, wissen die Soldaten, die Kay Gericke besuchten, ganz genau. „Die Menschen dort kennen kaum mehr etwas anderes. Sie sind vom Krieg gezeichnet. Für die Kinder steht ganz oben auf dem Lehrplan (wenn sie denn eine Schule haben, die sie besuchen können), das Marschieren“, beschreiben sie aus erster Hand. Dass NATO-Soldaten dort Hilfe leisten wollen, wird nicht immer auch so verstanden und von allen für Gut befunden.