Burg (eb/aku). Die Clausewitz-Gesellschaft Hamburg, Regionalbereich Berlin, hat ihre Mitglieder zu einem Besuch der Ausstellung „Zwischen den Kulturen – Mori Ogai 1882-1922“ in der Mori-Ogai-Gedenkstätte der Humboldt-Universität zu Berlin in der Luisenstraße gegenüber der Landesvertretung Sachsen-Anhalt eingeladen.

Diese Einladung am Dienstag, 25. April 2017, nahmen vom Burger Freundeskreis Carl von Clausewitz Romeo Stellmacher, Rolf Gädke und Kustos Studienrat Klaus Möbius wahr. Doch wer war Mori Ogai und was hatte er mit Clausewitz zu tun?
Mori Ogai war ein japanischer Arzt, Wissenschaftler, Schriftsteller und Übersetzer, der zwischen 1887 und 1888 in Berlin am Hygiene-Institut von Robert Koch studierte. Er beherrschte sieben Sprachen, war ein höchst vielseitig begabtes Genie, übersetzte zahlreiche deutsche Klassiker, so auch Goethes Faust und er übersetzte erstmals die ersten beiden Bücher „Vom Kriege“ von Clausewitz ins Japanische.
Der Präsident der Clausewitz-Gesellschaft Generalleutnant Kurt Herrmann ließ es sich nicht nehmen, die Gäste dieses Abends persönlich zu begrüßen. Danach erläuterte Kuratorin Beate Wonde sehr sachkundig die Entstehung dieser Gedenkstätte und vermittelte den Anwesenden einige Fakten vom Leben und Wirken des berühmten Japaners. Dr. Oliver Corff führte in seinem Vortrag den Gästen vor Augen, welche Bedeutung die Erkenntnisse und Überlegungen des Militärphilosophen Carl von Clausewitz für die Japaner haben. Clausewitz ist bis zum heutigen Tage in Japan bekannt.
Bei der Führung durch die geschickt arrangierten Ausstellungsräume überraschte die Ausstattung der Bibliothek mit den vielen japanischen Büchern auf engstem Raum. In einer abschließenden Gesprächsrunde erörterten Beate Wonde und die Mitglieder des Burger Freundeskreises wesentliche Punkte ihrer jeweiligen Tätigkeitsbereiche und klopften die Möglichkeiten zur künftigen gegenseitigen Unterstützung bei der Wahrung des Erbes der beiden bedeutenden Männer Japans und Deutschlands ab. Eine vertiefende Kontaktaufnahme zwischen der Mori-Ogai-Gedenkstätte in Berlin und der Clausewitz-Erinnerungsstätte in Burg könnte von wechselseitigem Nutzen sein.