Jerichow (püt). Der Abschluss der Motorradsaison wurde am 16. September 2018 in der Jerichower Klosterkirche mit einem besonderen Gottesdienst begangen.

„Herr, schenke uns ein gutes Maß an Verantwortung für uns selbst“ – dies war eine der Fürbitten, die während des Motorrad-Gottesdienstes in der Klosterkirche die mehr als 100 begeisterten Biker auf Vernunft und Umsicht auffordern sollten. Zuvor wurden durch Pfarrerin Friederike Bracht und Juliane Kleemann die zwölf Namen derjenigen Motorradfahrer verlesen, die seit April diesen Jahres ihr Leben bei tragischen Unfällen verloren haben. Nach und nach reihten sich unzählige Besucher ein, um mit dem Anzünden einer Kerze ihnen nahe stehenden Verwandten und Freunden oder brenzligen Situationen zu gedenken. Die Konfrontation mit Leid und Trauer rührte zu Tränen. Dieser tränenreiche Gottesdienst führte allen vor Augen, wie schnell das Leben doch vorbei sein kann. Eigenes, verdrängtes Leid wurde plötzlich wieder allgegenwärtig. Bereits zu Beginn des Gottesdienstes wurde aus Helmen ein Kreuz vor dem Altar gelegt. Die Mitglieder des Jerichower Gospelchors unter der Leitung von Michele und Gero Wiest umrahmten diese höchst emotionale Veranstaltung. Mit ihren ps-starken Maschinen sind auch Michael Kleemann, Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Stendal, und seine Frau Juliane angereist. Ihre und unzählige andere Motorräder konnten während des Gottedienstes vor der Klosterkirche bestaunt werden. Mit einer Ausfahrt in die nahe Umgebung von Jerichow wurde die emotionale Veranstaltung und somit die diesjährige Motorrad-Saison beendet.