Krüssau (mey). Dorfkirchen prägen das Bild ihrer Gemeinden über Generationen hinweg. In den letzten Jahren wurde die Krüssauer Kirche rundum saniert, doch für die Restauration ihres „Rahmens“ aus gebrannten Ziegelsteinen konnten keine Fördergelder empfangen werden. Im Zuge der Gefahrenabwehr wurden jetzt immerhin erste Ausbesserungen vorgenommen.

Wer die frisch in Stand gesetzte Kirche in Krüssau besucht, schreitet automatisch an der historischen Friedhofmauer entlang. Doch der Rahmen des Krüssauer Friedhofs bröckelt, Witterung und der Druck des dahinterliegenden Erdreichs nagen an den Steinen und schieben sie aus dem Lot. Die Möglichkeit, Fördermittel zu beantragen, gibt es nicht. Hierbei ist die Kirchengemeinde auf anderweitige Unterstützung angewiesen. Aus Eigenmitteln des Kirchenkreises Elbe-Fläming und Spendengeldern konnten erste Sanierungsarbeiten an der Mauer dennoch vorgenommen werden.
Mit einem einfachen Verfugen war es nicht getan. Für die vier Torpfeiler wurden extra passende Ziegel gebrannt. Sie sollten weder im Farbton noch in ihrer Größe aus dem Muster fallen. Die Arbeiten an den Pfeilern mussten dringend vorgenommen werden, darüber waren sich der Kirchenkreis Elbe-Fläming und der Gemeindekirchenrat (GKR) schnell einig. Immerhin boten sie mit ihren lockeren Steinen eine nahe Gefahrenquelle für Besucher des Friedhofs und der Kirche. Der Rest der Friedhofmauer bleibt jedoch fürs erste in seinem Zustand. Für mehr reichen die Mittel einfach nicht.

Irrwald der Förderprogramme
Wie Heidrun Krüger und Annette Heide vom Kirchenkreis erklärten, seien die Möglichkeiten, Fördermittel zu beantragen, stark eingeschränkt. Hierbei komme es auf vielerlei Faktoren an. Um Fördermittel für eine Kirchenrestauration überhaupt beantragen zu können, brauche es ein starkes Konzept. Die Krüssauer Kirche stehe nicht nur unter Denkmalschutz, sie biete auch ein hervorragendes weil geschichtsträchtiges Ausflugsziel für interessierte Reisegruppen und einen charakterstarken Austragungsort für kulturelle Veranstaltungen. Dadurch war es überhaupt möglich, Gelder für die Instandsetzung des Gebäudes zu beantragen. Für Kirchenmauern gibt es jedoch keinerlei Förderprogramme. Hier muss die Kirchengemeinde Krüssau auf unterstützende Spender hoffen. Ein Bild von Mauer, Kirche und Gemeinde können sich diese beispielsweise zur Vernissage am 28. September oder während des Herbstfestes am 30. September 2018 verschaffen.

Kulturprogramm
Nachdem im Sommer 2018 bereits mehrmals kulturelle Genüsse in der Dorfkirche Krüssaus angeboten wurden, wird nun am Freitag, 28. September 2018 in das unter Denkmalschutz stehenden Erbe der Enkelin Otto von Guerickes, Johanna Hedwig von Arnim eine Kunstausstellung ziehen. Der Maler und Graphiker Vincent Trasov stellt sich und seine Kunst so den Krüssauern und anderen Besuchern seiner Vernissage vor. Um 18 Uhr wird der gebürtige Kanadier seine Ausstellung feierlich eröffnen. Am darauffolgenden Samstag und Sonntag stehen Kirche und Galerie jeweils von 14 bis 17 Uhr den Besuchern offen.
Verbinden lässt sich ein Besuch der Kirche bequem mit dem am Sonntag, 30. September 2018 parallel im Garten der Gaststätte Jechow stattfindenden Krüssauer Herbstfest. Ab 14 Uhr wird den Gästen hier ein umfangreiches und unterhaltsames Programm geboten. Bei herbstlichem Flair werden zum Thema passende Köstlichkeiten wie frische Kürbissuppe oder Kartoffelpuffer mit Apfelmus angeboten. Auf jung und alt warten aufregende Spiele, die sowohl Fingerspitzengefühl als auch Cleverness abverlangen. Außerdem wird ein spezieller Überraschungsgast erwartet.