Genthin (püt). Die Gedenkstätte in Genthin-Wald soll an die Zwangsarbeiterinnen der Silva-Metallwerke erinnern, die in der Außenstelle des Konzentrationslagers Ravensbrück ermordet wurden. 1965 wurde eine Gedenkstätte mit bronzerner Frauenskulptur errichtet. 2013 wurde die Skulptur gestohlen. Seitdem ist ihr Platz verwaist.

„Erfüllt ihr Vermächtnis“ – das ist alles, was an der Gedenkstätte in Genthin-Wald noch zu lesen ist. Eigentlich sollte die etwa 2,50 Meter hohe Stele längst mit Sgraffito, einer Art Kraftputz, fertiggestellt sein. Zwischendurch war sie es ja auch. Doch nun wundert sich ein jeder über den jetzigen Zustand der Stele. Da das beauftragte Bauunternehmen die Arbeit mangelhaft ausführte, erfolgte ein Rechtsstreit mit der Stadt Genthin als Auftraggeber. Das Bauunternehmen willigte ein, den Auftrag erneut und auf eigene Kosten auszuführen. Probeweise wurden zwei zusätzliche Putzmuster mit spezieller Materialkörnung angebracht. Unter Einbindung der Denkmalschutzbehörde konnte sich für eine Variante entschieden werden. Um die geforderte Qualität zu sichern, kann die Fertigstellung der Gedenkstätte erst bei besseren Wetterbedingungen erfolgen. Die Stadt Genthin rechnet mit September 2017. Nach dem Diebstahl der Bronzeskulptur vor vier Jahren einigte sich der Stadtrat auf die Sgraffito-Variante. Eine Neuanfertigung der tonnenschweren Figur durch die Bildhauerin Ursula Schneider-Schulz wäre zu teuer. Auch vom sowjetischen Ehrenmal wurden 2013 die bronzerne Gedenkschrift und Tafeln entwendet. Beides wurde durch Kunst-harz ersetzt.