Burg (eb/mey). „Kultur beginnt im Herzen jedes einzelnen“, lautet ein Ausspruch des österreichischen Dramatikers, Schauspielers und Bühnenautors Johann Nepomuk Nestroy.

Vor zwei Jahren wurde durch den Burger Kulturstammtisch der zweite Brigitte-Reimann-Kulturpreis im Rahmen der ersten Burger Ballnacht verliehen. Seitdem hat der Kulturstammtisch zusammen mit der Volksbank Jerichower Land eG daran gearbeitet, diese Ehrung fortzuführen und somit das kulturelle Schaffen in der Stadt Burg immer wieder zu beleuchten und in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken. Im Geiste der gebürtigen Burger Schriftstellerin Brigitte Reimann werden auf diese Weise kulturelle Leistungen der verschiedensten Persönlichkeiten gewürdigt. Nun ist es wieder soweit. Am Samstag, 4. November 2017 wird diese Ehrung zum dritten Mal vollzogen. Dies wird während der zweiten Burger Ballnacht in der Stadthalle Burg geschehen.
Mit dem Brigitte-Reimann-Kulturpreis können Personen, Einrichtungen oder Vereine, die in einer Beziehung zur Stadt Burg stehen, für ihre herausragenden kulturellen Leistungen geehrt werden. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert.
Der Preisträger oder die Preisträgerin wird also nicht nur mit dem „Flammenkristall“ mit eingraviertem Namen nach Hause gehen, sondern auch mit einem ordentlichen Taschengeld, das künftige Anstrengungen auf kulturellem Gebiet erleichtern soll. So jedenfalls ist es die Absicht des Kulturstammtisches, der den Preis anlässlich des Brigitte-Reimann-Jahres 2013 ins Leben rief. Unterstützende dieses großen Festes sind die Volksbank Jerichower Land eG, die Stadtwerke Burg GmbH und die Stadt Burg.
Für die Findung des beziehungsweise der zu Ehrenden wird ein mehrstufiges Nominierungsverfahren abgearbeitet, bei dem die Öffentlichkeit wieder mitwirken soll. Bis zum Montag, 29. Mai 2017 besteht noch für alle die Möglichkeit, Personen, Institutionen oder Vereine in Form einer Nominierung vorzuschlagen. Zu diesem Zwecke liegen bereits in verschiedenen öffentlichen und kulturellen Stätten innerhalb der Stadt Bewerbungsbögen aus – leicht zu erkennen am orangefarbenen Papier. Sie sind unter anderem in der Volksbank Jerichower Land eG, bei der Stadtwerke Burg GmbH, in der Stadtverwaltung, in der Stadtbibliothek „Brigitte Reimann“, in der Schwimmhalle, im Soziokulturellen Zentrum, im BurgTheater, im Video-Max, in der Papierwelt am Markt, im Roland-Keller, im Evangelischen Gemeindehaus, im Rotfuchs und in den Kirchen der Stadt zu finden. Aus den eingereichten Nominierungen ermittelt ein Forum drei Vorschläge. Die ausgewählten Personen werden dann über die Medien der Bürgerschaft vorgestellt. Aus diesen wird eine Jury aus Vertretern der Stadt Burg, des Kulturstammtisches und der Volksbank die Preisträgerin oder den Preisträger ermitteln. Die Bekanntgabe des Juryvotums erfolgt dann im November im Rahmen der abendlichen Gala. Es wird ein buntes Programm geben, das von Künstlerinnen und Künstlern der Stadt Burg und der Umgebung gestaltet und mit der Preisverleihung sowie einem Feuerwerk seinen krönenden Abschluss finden wird.
Der Kulturstammtisch der Stadt Burg hatte sich vor sieben Jahren gebildet, als sich Kulturschaffende, Kulturträgerinnen und Kulturträger sowie interessierte Bürger und Bürgerinnen zusammenfanden, um mithilfe der Vernetzung dem meist unterschätzten kulturellen Potential in der Kreisstadt effektiver zur Geltung zu verhelfen. Austausch und gemeinschaftliches Engagement stehen seitdem bei den regelmäßig stattfindenden Treffen auf der Tagesordnung. Dabei werden Projekte wie der Kultursommer, das Brigitte-Reimann-Jahr, Ausstellungen oder die Burger Ballnacht mit Verleihung des Kulturpreises geplant.

Die Kunst- und Kulturschaffenden Burgs
1.) streben an, dass Kulturarbeit zu einer kommunalen Pflichtaufgabe erhoben wird;
2.) appellieren an die politischen Vertreter bei Land und Kommune, für die Einrichtung eines Kulturfonds, der eine Regelförderung bis in die Träger der Kulturarbeit hinein ermöglicht;
3.) schlagen die Erarbeitung von kommunalen Qualitätsentwicklungsstandards für die Kulturlandschaft durch Verwaltung und Träger der Kulturarbeit vor;
4.) schlagen die Entwicklung eines kulturellen Leitbildes der Kreisstadt, als strategisches Handlungsinstrument vor;
5.) fordern ehrenamtliche Arbeit durch den Aufbau struktureller Rahmenbedingungen zu würdigen;
6.) verpflichten uns, auch finanzielle Mittel jenseits der öffentlichen Hand zu recherchieren und zu akquirieren;
7.) wünschen die (Wieder)Einrichtung eines Nachwuchspreises für Kulturarbeit, der jugendliches Engagement in der Burger Kulturarbeit auszeichnet;
8.) streben die Einrichtung von Mini-Stipendien für Studenten an, die im Rahmen ihrer Studienrecherchen einen Beitrag zur kulturellen Aufarbeitung der Stadtgeschichte leisten;
9.) benötigen eine Vereinfachung von Antragsmodalitäten, um im Sinne der kulturellen Kinder- und Jugendarbeit flexibel und unbürokratisch Projekte zu realisieren;
10.) erhoffen den Erhalt von touristisch wertvollen Kulturstätten durch aktive Investitionsmaßnahmen seitens der Kommune;
11.) streben im Zuge der Umgestaltung der Verwaltungsstruktur Burgs eine Koordinierungsfunktion der Vernetzungsarbeit im Kulturbereich beim Fachbereich 4 (Kultur, Bildung und Soziales) an;
12.) fordern die Beratung und Auseinandersetzung mit der Kultur-Resolution im Burger Stadtrat;
13.) beschließen, im Rahmen unserer Möglichkeiten, auch weiterhin aktive und die Burger Kulturlandschaft belebende Akteure zu bleiben.

Bisherige Prämierte:
Zweimal wurde der Brigitte-Reimann-Kulturpreis bisher verliehen. Der Maler und Grafiker Manfred Gabriel erhielt die Trophäe im Jahr 2013 zum Abschluss des Reimann-Jahres und war somit der erste Empfänger der Ehrung überhaupt.
Im Jahr 2015 entwickelte sich der Kulturpreis zu einem eigenständigen Projekt. Erstmals wurde ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro bereitgestellt. Im Rahmen der ersten Burger Ballnacht empfing der Maler und Kunsterzieher Hans-Georg Dräger den Brigitte-Reimann-Kulturpreis.