Hohenseeden (mey). Manch Magdeburger, selbst Berliner, kennt kaum das Jerichower Land, nur den guten Spargel aus Hohenseeden.

Um 6 Uhr in der Früh beginnt für die Spargelstecher der Arbeitstag auf dem Feld. In den vergangenen Jahren hat sich für die fleißigen Männer und Frauen, überwiegend aus Polen, die Arbeit gewandelt, neue Arbeitsmaschinen wie Spargelspinnen nehmen einige Arbeitsschritte wie auch das Schleppen der Spargelkisten ab. Oberhaupt der Agrargenossenschaft Hohenseeden ist Gerhard Flügge. Die Spargelsaison bedeutet auch für ihn viel Stress, dennoch führt er die „Spargelhochburg“ mit einem Lächeln im Gesicht. In diesem Jahr begann die Spargelernte schon sehr früh. Bereits am 1. April wurden die ersten Stangen geerntet. Jedoch sorgte der Kälteeinbruch kurz darauf für Einbußen. „Schwierig wurde es, als große Spargelproduzenten, die ihre Produktionsstätten in Spanien oder Italien haben, den Großmarkt sehr früh bedienten“, erinnert sich Flügge. Er selbst setzt weniger auf Quantität, eher auf Qualität. „Am wichtigsten ist es, dass der Spargel frisch direkt beim Kunden ankommt“, erklärt er bestimmt. Auch das Wohlergehen seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, seien sie aus Deutschland oder aus Polen, liegt ihm am Herzen: „Durch die Spargelspinnen, zum Beispiel, ist es möglich, dass ein Arbeiter beziehungsweise eine Arbeiterin bis zu 300 Kilogramm Spargel am Tag erntet. Auf diese Weise können wir auch den vielen polnischen Helferinnen und Helfern den Mindestlohn garantieren.“ Flügge selbst ist stolz auf die Qualität des Hohenseedener Spargels. Er persönlich isst ihn am liebsten mit brauner Butter zum Schnitzel.