Biederitz (mey). Viele tausend Euro müssen in den ersten Jahren investiert werden, doch ist der Anfang erst gemacht, wird die Investition bald Früchte tragen.

Der Grundstein für das Baumkataster der Einheitsgemeinde Biederitz war schon vor über einem halben Jahr gelegt worden. Das Jerichower Land wurde 2017 gleich von mehreren starken Stürmen betroffen, die in Ortschaften wie Königsborn große Schäden anrichteten, die hohe Kosten mit sich brachten. In der Einheitsgemeinde Biederitz wurden daraufhin Nägel mit Köpfen gemacht. Im Dezember 2017 und Januar 2018 wurden alle Bäume der Einheitsgemeinde, die auf öffentlichem Gemeindegrund stehen, gezählt und einzeln begutachtet. Dabei wurde sowohl der gesundheitliche Zustand als auch (so genau wie möglich) das Alter der Pflanzen bestimmt und dokumentiert. Im Anschluss begann die eigentliche Sisyphusarbeit. Sabrina Ostermann ist in der Gemeindeverwaltung unter anderem für den Bereich Baumfällungen/ öffentliches Grün zuständig. Derzeit konnte sie die Daten von über 1.200 Bäumen (darunter 700 Exemplare, die im Königsborner Park stehen) ins System des Biederitzer Baumkatasters aufnehmen.
„Wir kommen damit unserer Verkehrssicherungspflicht als Gemeinde nach“, erklärte Bürgermeister Kay Gericke den Hintergrund der kostspieligen Maßnahme. Vom Alter und Zustand der Bäume leite sich beispielsweise die Notwendigkeit weiterer regelmäßiger Kontrollen, des Baumverschnitts oder gar der Baumfällung ab. Auch der Befall durch Schädlinge soll im Baumkataster dokumentiert werden. Entwicklungen einzelner Pflanzen oder ganzer Baumreihen oder -gruppen werden hierdurch gut ersichtlich. Sabrina Ostermann prognostizierte: „In den ersten Jahren des Baumkatasters, also wenn wir alle Daten erheben und dokumentieren, muss natürlich eine hohe Summe investiert werden. Aber wenn das System erst mit seinem vollen Datensatz genutzt wird, wird die Thematik des Baumbestandes in unserer Gemeinde kein Problem mehr sein.“ Wenn es soweit ist, so verspricht es sich die Verwaltung, wird es einfacher werden, für die Gesunderhaltung der Bäume zu sorgen, die die charakteristischen Alleen und beliebten Parks der Ortschaften prägen.
Damit jeder Baum auch genau seinem Eintrag im System zugeordnet werden kann, gehört es nun außerdem zu den Aufgaben Sabine Ostermanns, Marken mit der jeweilig zugeordneten Ziffer in die entsprechenden Bäume zu schlagen. Gut erkennbar wird jedes Schildchen angebracht, damit im Falle von Sturmschäden, Schädlingsbefall oder anderen Vorkommnissen der entsprechende Baum gemeldet werden kann. Am Freitag, 15. Juni 2018 erhielt in Biederitz der erste Baum in Beisein von Kay Gericke und Karl Heinz Latz vom Ausschuss für Wirtschaft, Bau, Umwelt, Ordnung und Verkehr seine Kennnummer 000001.
Bisher investierte die Einheitsgemeinde etwa 10.000 Euro in das neue Baumkataster, allein 6.500 flossen in die Kontrolle Anfang des Jahres durch einen Fachmann. Für die Baumpflege wurden im ersten Halbjahr 2018 gut 70.000 Euro ausgegeben, das beinhaltet neben Fällung und Verschnitt auch die Ersatzpflanzung und Ansatzpflege.