Genthin (püt). Zum 1. August 2018 wurde das Kinderförderungsgesetz des Landes Sachsen-Anhalt geändert. Der Rechtsanspruch von Eltern auf die Betreuung ihrer Sprösslinge in Kinderkrippen, Kitas und Horten, die Finanzierung der Einrichtungen und der Personaleinsatz wurden somit neu geregelt. Dies verursacht zusätzliche Kosten, auch für die Stadt Genthin. Das Land Sachsen-Anhalt wird sich finanziell daran beteiligen.

Seit der Änderung des Kinderförderungsgesetzes haben Eltern für jedes Kind einen Anspruch auf eine Betreuung von zehn Stunden täglich. Hierfür muss die Stadt Genthin mindestens die Hälfte der Kosten, abzüglich der Zuwendungen von Land und Kreis sowie Beiträgen der Sorgeberechtigten, tragen. Die Stadt muss zudem für die Verbesserung des Mindestpersonals sorgen. So wurden in der gesamten Einheitsgemeinde bereits acht neue Erzieherinnen und Erzieher eingestellt. Aktuell kostet die fünfstündige Unterbringung eines Kindes in einer Krippe 349,21 Euro, 135 Euro davon haben die Eltern zu zahlen. Ein Kindergartenplatz kostet 284,14 Euro, 109 Euro davon tragen die Eltern. Die Betreuung im Hort kostet insgesamt 210,51 Euro für sechs Stunden. Der Anteil der Eltern belief sich bisher auf 60 Euro. Bei der zum 1. Januar 2018 geplanten Erhöhung wären die Elternbeiträge nur geringfügig, um fünf Prozent, angestiegen.  Bürgermeister Thomas Barz gibt Entwarnung: Eltern zahlen im kommenden Jahr ihre bisher gewohnten Beiträge. Die Stadt Genthin wird die Elternbeiträge für das Jahr 2018 also nicht erhöhen. Allerdings muss dies erst noch in den Stadt- und Ortschaftsräten  beschlossen werden. Die Gesamtkosten für die Betreuung der Kinder in der Krippe belaufen sich im kommenden Jahr auf 141 Euro, im Kindergarten auf  114 Euro und im Hort auf 65 Euro. Die Stadt Genthin trägt hiervon mehr als die gesetzlich vorgeschriebenen fünfzig Prozent der Ausgaben für einen Betreuungsplatz. Im Vergleich zu anderen Gemeinden des Landes liegt die Einheitsgemeinde Stadt Genthin damit im Durchschnitt. Etwa 1,5 Millionen Euro Zuschuss erhielt die Stadt im Jahr 2016 für die Kinderbetreuung.