Genthin (püt). Im Kreismuseum in Genthin ist bis zum Freitag, 27. April 2018, die Sonderausstellung „Vergiss Deinen Namen nicht“ zu besichtigen. Inhalt der Ausstellung sind Schicksale von Kindern, die ins Konzentrationslager Auschwitz verbracht wurden.

Wolfgang, Eduard, Jürgen, Otto, Kola Heinz und viele mehr – bereits im Treppenhaus des Kreismuseums werden die Besucherinnen und Besucher von den Schicksalen der Kinder berührt. Eine beinahe unheimliche Stille herschte am 4. April 2018 unter den Besucherinnen und Besuchern im Genthiner Kreismuseum zur Eröffnung der Ausstellung „Vergiss Deinen Namen nicht – Die Kinder von Auschwitz“. Auf dreißig Tafeln sind die Schicksale von Kindern zu lesen, die nach Ausschwitz verbracht oder dort geboren wurden. Inhalt der Ausstellungseröffnung war die Lesung von Autor und Filmemacher Alwin Meyer aus seinem Buch. Seit mehr als 40 Jahren beschäftigt er sich mit den Schicksalen der Kinder von Auschwitz. Seine Recherchen ergaben, dass zwischen 1942 und 1944 mindestens 230.000 Säuglinge, Kinder und Jugendliche ins Konzentrationslager verschleppt wurden. Davon 11 000 aus Sinti- und Roma-Familien. Lediglich 650 von ihnen konnten 1945 durch die Soldaten der Roten Armee befreit werden. Dieses Wissen und persönliche Gespräche mit mehr als 80 Überlebenden trug Alwin Meyer in seinem Buch „Vergiss Deinen Namen nicht“ und in der nun in Genthin gezeigten Sonderausstellung zusammen. Ideengeber für diese Ausstellung ist das Jugendforum Genthin. Ergriffen und kopfschüttelnd hörten die Besucherinnen und Besucher den Worten von Alwin Meyer zu. So erfuhren sie von den Menschenversuchen des Arztes Josef Mengele, der unter anderem versuchte mittels einspritzen einer Flüssigkeit die Augenfarbe von Kindern zu ändern. Beinahe unerträglich war auch der Bericht über die Qualen, die die Kinder und jungen Frauen im Lager durchlitten. „Die Schicksale bewegen uns sehr“, war der einheitliche Tenor der vor allem jungen Besucherinnen und Besucher der Ausstellungseröffnung.  Das Grauen des Holocausts findet hier seinen Ausdruck. Ergänzt wurde die Ausstellung mit Utensilien und Dokumenten der Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiterinnen der Silva-Munitionsfabrik Genthin-Wald. „Auch diese Menschen, denen in unserer unmittelbaren Nähe Leid zugefügt und zur Arbeit gezwungen wurden, sollten keinesfalls vergessen werden“, sagte Museumsleiterin Antonia Beran. Einer der ersten Gäste, die sich die doch besondere Ausstellung über die Kinderschicksale im Kreismuseum ansah, war Landrat Dr. Steffen Burchhardt. Bedächtig und ergriffen las auch er sich die Schicksale der Kinder und Jugendlichen auf den einzelnen ausgestellten Tafeln durch.