Burg (mey). Ein letztes Mal schlossen sich die Tore von Goethepark, Weinberg, Ihlegärten und Flickschupark für Besucherinnen und Besucher der Landesgartenschau (LAGA) Burg 2018. Nach 170 Tagen Sommersaga in der Stadt der Türme verabschiedete sich das Team, das das Treiben Burgs nicht nur für dieses eine halbe Jahr prägte.

Sicher hatte es den Ideengebern einiges an Fantasie abverlangt, als sie vor einigen Jahren Burg als Austragungsort der Sachsen-Anhaltinischen Landesgartenschau 2018 vorschlugen. 40 Millionen Euro, davon etwa 24 Millionen aus den unterschiedlichsten Fördertöpfen, wurden investiert – nicht nur in die Parkanlagen. Bürgermeister Jörg Rehbaum zog gemeinsam mit den Geschäftsführern der Landesgartenschau Burg 2018 GmbH, Sonnhild Noack und Erhard Skupch, ein Fazit und spricht von einem großen „Qualitätszuwachs für Burg“ durch die Maßnahmen, die im Zuge der Vorbereitungen zur LAGAdurchgeführt worden waren. Nur etwa 17 Millionen Euro flossen direkt in die Ausstellungsflächen der LAGA. Die restlichen 23 Millionen fanden überwiegend in Burgs Infrastruktur und in Gebäudesanierungen abseits der eigentlichen Areale Verwendung – Geld, das nur fließen konnte, weil das Konzept, aus der Stadt der Türme eine Stadt der Gartenträume zu machen, überzeugte.

Die Pflege nach der LAGA:
Die Stadt der Gartenträume wird sie auch weiterhin bleiben. Flickschupark, Goethepark und Weinberg wurden in das Netzwerk Gartenträume im Sommer 2018 offiziell aufgenommen. Bedingung hierfür ist, dass diese Areale auch zukünftig ihre Pracht beibehalten, auch wenn Wechselflächen, Themengärten und ähnliche besonders pflegeintensive Abschnitte in den kommenden Wochen und Monaten wieder zurückgebaut werden. Auch wenn im Stadtrat derzeit noch über das Nachnutzungskonzept debattiert wird, gab Jörg Rehbaum den Ausblick, hierfür werde nicht der Bauhof der Stadt allein Sorge tragen. In erster Linie sollen Verträge mit regionalen Gartenexperten wie Burger Gartenbauunternehmen abgeschlossen werden. Die Pflege der LAGA-Flächen wird also, so schloss er, die regionale Wirtschaft unterstützen.

Traditionen:
Wirtschaft, Tourismus und Kultur sollen ebenso im durch die LAGA wiederbelebten Weinberg weiter gepflegt werden. Eine Weinlaube mit einer Bühne, wie sie im Sommer 2018 zahlreiche Gäste an die Ihle lockte, solle dafür ab 2019 betrieben und zum Austragungsort von Weinabenden, Konzerten, Lesungen und mehr werden. Burger Gastronomen haben sich bereits beworben. Für Veranstaltungen, die sich zu Burger Traditionen weiterentwickeln könnten, bot der Sommer jede Menge Ansatzpunkte und Ideen. 1.300 Veranstaltungen bestimmten das Treiben der Stadt an den 170 Landesgartenschautagen. Das Lichterfest im Flickschupark, Dinner in den Ihlegärten, lateinamerikanische Abende am Weinberg und Konzerte im Goethepark sind nur einige Beispiele für kulturelle Höhepunkte, die nach der LAGA nicht in Vergessenheit geraten sollen. Die weiten, frisch hergerichteten Areale bieten beste Voraussetzungen.

Fazit:
Die Einschätzungen der Gäste sagen alles: Burg entpuppte sich als großartiger Austragungsort und Gastgeber für eine großartige Landesgartenschau. Während andere Gartenschauen 2018 mit der Hitze und deren Auswirkungen des Rekordsommers kämpften, zeigte die Kreisstadt des Jerichower Landes „grüne Oasen“, so bezeichnete Erhard Skupch die gesunden und rundum gepflegten Gartenanlagen. Eine Herausforderung war die Hitzewelle dennoch. Bei Unwetterwarnungen und Temperaturen über 30 Grad wagten weniger Gäste als erwartet den Spaziergang durch die Parkanlagen. Am Sonntag, 7. Oktober 2018, dem letzten Tag, wurde der 300.000-ste Besucher begrüßt. Damit lag die tatsächliche Besucherzahl zwar weit unter der zuvor erstellten Prognose von 450.000, doch als Rückschlag für Burg könne das nicht gesehen werden, da sind sich Noack, Skupch und Rehbaum einig. Der Bürgermeister erklärte: „Man geht bei einer Gartenschau grundsätzlich nicht davon aus, dass ein finanzieller Gewinn erwirtschaftet wird. Mit Hilfe von Statistiken wird ermittelt, inwiefern sich das Projekt durch Eintrittskarten selbst finanziert und was fehlt. Der Austragungsort stellt anhand dieser Berechnungen einen Grundsockel zur Verfügung, der im Falle von Burg jetzt ganz einfach aufge-stockt werden muss. Das ist reine Mathematik.“ Zudem sei der große Erfolg der LAGA in Burg 2018 nicht unmittelbar in Zahlen auszudrücken. Neben Fördermitteln in Millionenhöhe, die beispielsweise in die Burger Infrastruktur flossen, profitierten Innenstadthändler und Gastronomen vom Konzept der „Stadtschau“, durch das Gäste der LAGA auch die Innenstadt kennenlernten. Besuchern aus ganz Deutschland präsentierten sich hier nicht nur die vier Parks, sondern eine ganze Stadt der Gartenträume, der Kultur und Geschichte, voll touristischer Attraktivität. Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff fand auf der Abschlussveranstaltung passende Worte und sprach von einer Gartenschau, von der Burger nachhaltig profitieren werden, gar von einem „historischen Ereignis“. Nach seiner Rede auf der Hauptbühne wurde der „Staffelstab“ an Bad Dürrenberg übergeben, dem Austragungsort der Sachsen-Anhaltinischen Landesgartenschau 2022. Mit einem Feuerwerk am Samstagabend und einem Ökumenischen Gottesdienst am Sonntag endete die Landesgartenschau Burg 2018 am vergangenen Wochenende.