Wörmlitz (mey). „Wichtig ist, dass man jeden Tag zufrieden aufstehen kann.“

Hoher Besuch hatte sich in Wörmlitz zum Mittwoch, 25. Oktober 2017, angekündigt. Holger Maier von der Stadt Möckern und Landrat Dr. Steffen Burchhardt ließen es sich nicht nehmen, Irmgard und Josef Ritschel persönlich zur Eisernen Hochzeit zu gratulieren. Noch immer vital zeigte sich das Ehepaar und empfing nehmen ihnen noch weitere Gäste – ein reges Sozialleben pflegen die Jubilare. So halten sie nicht nur freundschaftlichen Kontakt zu den weit entfernten und früher gern besuchten Rheinländern, mit denen sie früher zusammengelebt hatten. Täglich schaut auch ihr Sohn bei ihnen vorbei, um zu sehen, ob alles in Ordnung ist, doch bisher, so scheint es, dürfte es kaum Anlass zur Sorge geben. Auch im Alter von 85 und 88 Jahren kümmern sich seine Eltern Irmgard und Josef nicht nur eigenständig um ihren Haushalt, sondern auch um ihren Garten – sie lieber um die Blumen, er um das Gemüse. Damit kennen sich die beiden aus, die viele Jahre in der Landwirschaft gearbeitet hatten. Irmgard Ritschel verbrachte ihr ganzes Leben in Wörmlitz. Nachdem sie mit 14 Jahren die Schule abschloss und nun eigentlich Friseurin werden wollte, sie sich jedoch ihrer Mutter verpflichtet fühlte, die sich allein um Irmgard und deren vier Jahre jüngere Schwester kümmerte, stieg sie in die Landwirtschaft ein. Das war wohl Schicksal, so weiß sie heute, denn 1945 kam ein junger Tscheche nach Wörmlitz. Mit seinen Eltern und seiner Schwester, mit deren Kind und sämtlichem Hab und Gut auf einem Handwagen verladen, fand Josef Ritschel in Wörmlitz mit Hilfe des damaligen Bürgermeisters seine neue Heimat. Und auf einem Tanz, der ihm eigentlich nur helfen sollte, sich in die Gemeinde zu integrieren, traf er auf seine zukünftige geliebte Gattin. Über viele Jahre lebten Ritschels nicht nur miteinander, sie arbeiteten auch für den selben Betrieb – er fuhr Traktor auf dem Feld, sie kochte in der Betriebsküche. Der Schlüssel zum gesunden Leben scheint für die beiden eine positive Einstellung zu sein. Auch wenn man nicht das größte Geld verdiene, solle man doch wenigstens aufgehen in seiner Arbeit und seinem Leben und jeden Tag zufrieden aus dem Bett steigen.