Burg (mey). Am 7. September 2017 hatte der Stadtrat beschlossen, den neu hergerichteten Platz vor dem Landratsamt nach Altbundeskanzler Dr. Helmut Kohl zu benennen. Viele Burgerinnen und Burger waren damit nicht einverstanden. Am vergangenen Sonntag, 18. März 2018, kam es zum offiziellen Bürgerentscheid.

Am Sonntag hatten sich 5.081 Bürgerinnen und Bürger der Ihlestadt und der Ortschaften Detershagen, Parchau, Ihleburg, Niegripp, Reesen sowie Schartau auf den Weg ins nächstgelegene Wahllokal gemacht. Sie nutzten die ihnen gegebene Möglichkeit, auf das Stadtgeschehen aktiv einzuwirken und demokratisch mitzubestimmen. 89,9 Prozent von ihnen, also 4.567 Wähler, setzten ihr Kreuz für den Bürgerentscheid, also gegen den Dr.-Helmut-Kohl-Platz. 10,1 Prozent, also 514 Stimmberechtigte, stimmten für die Benennung des Platzes nach dem Altbundeskanzler. Damit errangen die Kohl-Platz-Gegner zwar eine klare Mehrheit, jedoch fehlten zum rechtmäßigen Erfolg des Bürgerbegehrens 313 gültige Stimmen. Damit ist der Bürgerentscheid offiziell gescheitert, dennoch dürfte dem Stadtrat ein deutliches Signal gesetzt worden sein. Im November hatten die Initiatoren Roland Stauf, Sandra Schiebeck und Kerstin Auerbach dem Stadtwahlleiter Bernhard Ruth ihre Unterschriftenlisten offiziell übergeben. Über 3.000 Unterschriften von Burgern und Burgerinnen hatten sie zuvor gesammelt, um die Weichen für den ersten Bürgerentscheid in Burg zu stellen. Am 20. September tagte der Stadtrat erneut. Die Gültigkeit des Bürgerbegehrens wurde festgestellt, der Beschluss, den Platz nach Dr. Kohl zu benennen jedoch nicht zurückgezogen. Im April wird sich der Stadtrat nun erneut mit der Thematik auseinandersetzen und darüber entscheiden, ob er auf die Stimmen der 4.567 Kohl-Platz-Gegner Rücksicht nimmt, oder ob Burg doch einen Kohl-Platz bekommen wird.