Genthin (eb). Das Kreismuseum zeigt seit Ende 2018 die Ausstellung „Voll der Osten“. Die Ausstellung will einen Beitrag zur Aufarbeitung der SED-Herrschaft leisten und bedient sich dazu der Kombination von ausgestelltem Bild und im Internet verlinktem Videomaterial.

Die inzwischen weltweit gezeigte Bilderstrecke wird im Kreismuseum von Vitrinen mit eigenen Exponaten begleitet, die eine individuelle Auseinandersetzung mit der DDR-Geschichte an Hand von Dingen aus dem Jerichower Land anstoßen sollen. In den achtziger Jahren zog der Fotograf Harald Hauswald durch Ost-Berlin und fotografierte, was ihm vor die Linse kam. Er knipste, was andere Fotografen übersahen oder für uninteressant hieten: Das Resultat ist nun als „Voll der Osten. Leben in der DDR“, einer Bilderreise in die Zeit der Teilung zu sehen. Der Blick richtet sich auf eine DDR-Realität, an die sich heute selbst Zeitzeugen kaum mehr erinnern. Auf 20 Tafeln sind über 100 Fotos zu sehen. Die Texte der Ausstellung hat der Historiker und Autor Stefan Wolle verfasst, der wie der Fotograf in der DDR aufgewachsen ist. Die mit den Bildern verlinkten Videointerviews berichten, wie und in welchem Kontext das jeweils zentrale Foto der Tafel entstanden ist. Ein Besuch lohnt sich für alle, die ein Interesse an einem klaren Blick auf die Geschichte haben. Dass Diskussionen und Dialoge in der und über die Ausstellung entstehen, ist ausdrückliches Anliegen der Macher.