Burg/Jerichow (mey/püt). Hobbys und gemeinsame Interessen verbinden, soviel steht fest. Was sich für Außenstehende wie schwer verständliches Fachgesimpel anhört, weckt bei Eingeweihten die pure Begeisterung. Es ist der Duft von Benzin, das Dröhnen der Motoren und der Glanz des hochpolierten Lacks, der die Herzen von Oldtimer-Freunden höherschlagen lässt.

Oldtimer in Burg:
Am Samstag, 11. August 2018, ertönte in den Burger Straßen das Knattern alter Motoren. Das traditionelle Woltersdorfer Oldtimertreffen wurde anlässlich der Landesgartenschau 2018 in die Stadt der Türme verlegt. „Die Landesgartenschau bietet einen schönen Rahmen für unser Treffen“, beschrieb Wilfried Schmidt-Neteband, der durch die Veranstaltung führte und im Vorhinein organisierte.
Angereist waren neben zahlreichen Liebhabern der alten Schmuckstücke aus dem Jerichower Land auch viele Gäste von jenseits der Elbe. Einige der Oldtimerfreunde aus Wolmirstedt oder anderen Teilen des Bördekreises besuchen in jedem Jahr das Woltersdorfer Oldtimertreffen. Hier bekommen sie die Gelegenheit, gemeinsam zu fachsimpeln, sich untereinander auszutauschen und Anregungen zu finden, Kontakte zu knüpfen oder sich einfach nur die Schmuckstücke stolzer Gleichgesinnter aus der Nähe anzusehen.
Auf dem Gummersbacher Platz in Burg egab sich in diesem Jahr ein großer Vorteil. Direkt am Ende der Schartauer Straße, zentral an einem der Hauptwege der Landesgartenschau gelegen, fanden am vergangenen Wochenende nicht nur jene ihren Weg zum Oldtimertreffen, die gezielt danach suchten. So legten neben vorbeiziehenden Burgern auch Gäste der Landesgartenschau einen Zwischenstopp ein und ließen sich vom Charme der alten Motorräder, Autos und Traktoren anlocken und zum neugierigen Umschauen einladen. Für viele Oldtimerfreunde, die jede Menge Arbeit, Zeit und Geld in die Pflege ihrer Schätze fließen lassen, war dies ein zusätzlicher Lohn – Applaus gab es deshalb nicht nur von den anderen Bastlern, als Wilfried Schmidt-Neteband die Auszeichnungen in den unterschiedlichsten Disziplinen (wie etwa für das am aufwendigsten restaurierte Motorrad) verlieh.

Oldtimer in Jerichow:
Nicht wenige der Oldtimerfreunde zog es nach ihrem Halt in Burg am vergangenen Wochenende direkt zum nächsten Treffen. Auf den Klosterhof in Jerichow hatten die Oldtimerfreunde Jerichow zum nunmehr zehnten Oldtimertreffen eingeladen. Über 1.000 Gäste mit und ohne historische Fahrzeuge konnten begrüßt werden. Es wurde philosophiert und auch Bastlertipps vernommen.
Einer der ersten, der sich vor der historischen Kulisse des Klosters einfand, war Thomas Ebeling aus Lostau. Mit seiner blau-weißen Isetta aus dem Baujahr zog er viele neugierige Blicke auf sich. In den Mittagsstunden konnten die Oldtimerfreunde eine Rekordbeteiligung beim diesjährigen Treffen verbuchen. Dicht gedrängt standen Mopeds, Motorräder, Autos und mehr. Auch einige Simsonfreunde aus Hohenbellin fanden sich mit ihren Fahrzeugen ein. Ein echtes Schmuckstück war zwischen den Autos auszumachen: Der türkisfarbene Cadillac aus dem Baujahr 1958 hatte es vielen Gästen angetan. Mit Enkel Malek hatte sich auch Jerichows Bürgermeister Andreas Dertz unter die Bewunderer der alten Zwei- und Vierräder gemischt. Das feuerrote Wartburg Cabrio 312 von Ulrich Seeger war ebenfalls eine Augenweide. Seit vielen Jahren nennt der Roßdorfer den originalgetreuen Wagen aus dem Baujahr 1965 sein Eigen. Ein Stück Jerichower Geschichte war mit dem ehemaligen Fahrzeug der Feuerwehr, einem Robur aus dem Jahr 1983, ebenfalls zwischen den vielen Schmuckstücken zu finden.
Zu einem weiteren Mekka zahlreicher Liebhaberinnnen und Liebhaber alter Mopeds, Motorräder, Autos, Lastwagen und Landtechnik wird das neunte Oldtimerfest in Reesen: Die Old Ponybiker laden am Samstag, 15. September 2018 ab 11 Uhr auf den Hof der Dorfstraße 8 ein.