Jerichow (püt). Die Kleinstadt Jerichow hat weit mehr touristische Sehenswürdigkeiten zu bieten als die altehrwürdige Klosteranlage und die Stadtkirche. Hoch oben auf dem teilweise künstlich angelegtem Mühlenberg thront die Holländer-Windmühle. Viele fleißige Hände machten in den vergangenen Jahren aus dem sanierungsbedürftigen Denkmal ein wahres Schmuckstück.

„Aus der Mühle schaut der Müller, der so gerne mahlen will. Stiller wird der Wind und stiller und die Mühle steht nicht still …“, heißt es in einem Gedicht zur Jerichower Windmühle, die 1736 erstmals urkundliche Erwähnung fand. Nach Umbau und Reparaturarbeiten im Inneren der Mühle 1857, wurde zusätzlich zum Windrad ein Rohölmotor eingebaut. Im Jahr 1949 verlor die Holländer-Windmühle ihre Flügel, 1952 wurden die Windrosette entfernt und 1960 die Haube samt Drehkranz. Bis 1976 wurde mit elektrischer Hilfe Schrot gemahlen. Unter Denkmalschutz steht das historisch-wertvolle Bauwerk seit 1986 und wird seither als museales Schauobjekt genutzt. Im Eigentum der Stadt Jerichow befindet sich die Windmühle seit 1996. Den Mitgliedern des Fördervereins, der sich 1996 gründete, ist die Erhaltung der Mühle zu verdanken.
Mit Abschluss eines Nutzungsvertrages zwischen der Stadt und dem Förderverein 1997 konnte mit der dringend notwendigen Sanierung begonnen werden. Um die Mühle vor weiterem Verfall zu bewahren, wurde seinerzeit mit der Notabdeckung der Außenhaut begonnen. Dem folgte der Ausbau unnötiger Technik, die Reparatur der Böden und Treppen, die Instandsetzung der Fenster und die systematische Sanierung des Tragwerkes. Im Jahr 2000 dann war das Dach mit Dachpappe komplett repariert und die Mühlentechnick konnte wieder ins Innere einziehen. Das Aufsetzen einer originalgetreuen Haube, die Montage der Flügel, das Verkleiden der Außenhaut mit Holzschindeln, die Installierung einer Blitzschutzanlage und das Anbringen eines Wetterhahns fanden 2004 statt.
Um auch die Umgebung der Mühle für die Einwohnerinnen und Einwohner von Jerichow und ihren Gästen einladender zu gestalten, wurde die Auffahrt mit Natursteinpflaster wiederhergestellt und in direkter Nähe der Mühle eine Sitzgruppe aufgestellt. Die charakteristischen Eichenholzflügel wurden 2005 angebaut. Diese sind 300 Kilogramm schwer und zehn Meter lang. Die Mitglieder des Fördervereins machten sich zudem stark für die Sanierung des Mühlensockels, den Neubau des Treppenaufgangs und die Montage der Königswelle. 2006 wurde der Dachboden abgestützt und verschalt, ebenfalls wurde die Windrose wieder montiert. Den Abschluss der Sanierungsarbeiten bildete 2007 der Einbau der Welle und des Getriebes. Innerhalb von zehn Jahren erhielt das bauliche Denkmal sein Antlitz zurück.
Heute wird die Jerichower Holländer-Windmühle sehr gern von Schulklassen, Kindergarten und Touristen besucht. Wahrlich stolz können die Jerichower, der Förderverein und die Stadt auf ihr Schmuckstück sein.