Genthin-Wald (püt). Unscheinbar liegt sie zwischen riesigen Eichen an der Meierei inmitten des Waldes: Die Gedenkstätte, die an Friedrich Adolph von Alemann erinnern soll. Der Oberförster wirkte hier von 1829 bis 1872.

Die Erzählung vom „Eichenvater Alemann“ ist wohl einigen in irgendeiner Art und Weise schon einmal begegnet. Doch wer war der Mensch, dem 1984 eine Gedenkstätte gewidmet wurde? Friedrich Adolph von Alemann legte 1819 sein Oberförsterexamen ab. 1829 wurde ihm die 4.375 Hektar große Königlich-preußische Oberförsterei Altenplathow anvertraut, die er bis 1872 leitete.  Das besondere Interesse des Oberförsters galt der Erhöhung des Eichenanteils in seinem Wald. So ließ er 659 Hektar Eichen in 43 Dienstjahren anbauen. Dies brachte ihm den Spitznamen „Eichenvater“ ein. Sein Wissen hat der Oberförster der Nachwelt im Buch „Ueber Forst-Culturwesen“, dass 1851 erschien, hinterlassen. Hierin berichtet er unter anderem über die Vermeidung jeglichen Wurzelschnitts bei der Verpflanzung, Vorrang der Saat vor der Pflanzung und der Stummelpflanzung bei Großpflanzen. Die von ihm entwickelten Forstkulturpflüge wurden bis nach Russland exportiert. Untergrund-
lockerer und Vorstecheisen entwickelte er ebenfalls. Viele Forstleute aus ganz Europa besuchten die Oberförsterei Altenplathow, da der „Alemannsche Schuppen“ zur verlustarmen Überwinterung von Eicheln und Bucheckern ein Musterbeispiel an Wirtschaftlichkeit darstellte. Die Leistungen des Oberförsters, der noch im Ruhestand als forstlicher Berater von Reichskanzler Otto von Bismarck tätig war, wurden mit mehreren Auszeichnungen gewürdigt.
Doch Friedrich Adolph von Alemann blieb bescheiden. So schlug der Vater von neun Kindern mehrere Versetzungsangebote im Interesse „seines“ Waldes ab. Er verstarb 1884 mit 86 Jahren in Genthin. Für den ehemaligen Genthiner Forstmeister Fritz Mrazek muss Friedrich Adolph von Alemann ein großes Vorbild gewesen sein, beschäftigte er sich doch eindringlich mit dem Leben des Eichenvaters.
Im Waldgebiet der einstigen Oberförsterei Altenplathow stehen heute neben anderen Baumarten auch Stiel- und Traubeneichen. Äußerlich sind die Eichen für Laien nur schwer zu unterscheiden. Doch bevorzugt die Traubeneiche nährstoffärmere und trockenere Standorte. Von der Pflanzung bis zur Fällung einer stattlichen Eiche vergehen gut 200 Jahre. Schon Eichenvater Alemann schätzte wohl die Vorteile von Eichenholz. Dieses ist sehr hart, wird als Rund- und Schnittholz oder Furnier verarbeitet und ist hervorragend als Brennholz geeignet. Eichenholz gehört zu den Edel- und Harthölzern und gilt als vielseitiges Material, das in verschiedenen Anwendungsbereichen genutzt wird. Es ist so hart, dass es nicht oder nur oberflächlich von Schädlingen befallen wird. Auch gegen Feuchtigkeit ist die Eiche sehr beständig, da sie im Kernholz eine hohe Konzentration von Gerbstoffen enthält. Auch als Brennholz machen sich die Vorteile von Eiche bemerkbar. Der Brennwert des Holzes ist im Vergleich zu manch anderen Holzarten sehr hoch. Die Glutbildung und die Heizwirkung von Eiche sind gut. Da das Holz nur wenig Harz enthält, verursacht es einen eher geringen Funkenflug. Doch trocknet Eichenholz aufgrund seiner hohen Rohdichte im Vergleich zu einigen anderen Holzarten langsam. Es sollte mindestens zwei oder drei Jahre gelagert werden, bis es zum Heizen verwendet wird. Die Lagerung hingegen ist recht unproblematisch. Das Holz lässt sich leicht spalten und kann wegen seiner hohen Verrottungsbeständigkeit auch länger als andere Hölzer gelagert werden.