Genthin (eb/mey). In der Ausgabe des „Der Genthiner“ vom 18. Juni 2017 erschien ein Leserbrief des Betreibers des Wochenmarktes in Genthin, Bernd Gellesch. Hierzu äußerte sich Genthins Bürgermeister Thomas Barz in einer Pressemitteilung.

Stellungnahme des Bürgermeisters der Stadt Genthin:
„Ich lasse mich nicht öffentlich erpressen und stehe für rechtswidrige Absprachen in Hinterzimmern nicht zur Verfügung. Im Falle einer Kündigung werden wir prüfen, ob es für die Händler nicht deutlich günstiger wird, wenn wir entweder die Betreibung des Marktes neu ausschreiben oder diesen sogar künftig selber betreiben und keiner mehr „mitverdient“. Geschäftsführer Bernd Gellesch von der Messe- und Veranstaltungsagentur hat erneut und wie schon 2016 auf Grund geringer Erträge beziehungsweise Verluste aus der Betreibung des Marktes, den Antrag gestellt, den Pachtpreis für die Nutzung des Marktplatzes zu senken. 2006 wurde die Betreibung des Wochenmarktes für den Zeit-
raum 14. Juli 2006 bis 31. Juli 2007 mit jährlicher Verlängerungsmöglichkeit öffentlich ausgeschrieben und der Markt festgesetzt. Eine Kündigung ist drei Monate vor Ende des Vertrages, also zum 30. April des laufenden Vertragsjahres, auszusprechen.
Es kam zum Vertragsschluss in Höhe von 16.500 Euro in zwölf Raten von 1.375 Euro zuzüglich Betriebskostenabschlag. Bei veranschlagten 430 Quadratmetern Marktfläche und rund achtmaliger Nutzung je Monat wird ein Pachtpreis von 0,40 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche als fest vereinbart gezahlt.
Herr Gellesch beruft sich darauf, dass er mit den öffentlichen Märkten der Kommunen und anderer Marktbetreiber in Konkurrenz steht und immer weniger Händler wegen der hohen Mietpreise nach Genthin kommen wollen. Dadurch dünnt sich sein Angebot immer weiter aus und die Attraktivität des Platzes leidet. Insbesondere öffentliche Märkte verlangen ein geringeres Entgelt. Die Stadtverwaltung kann und darf den Pachtpreis nicht ohne weiteres senken.
Die Durchführung einer Ausschreibung vor der Vergabe des jetzigen Wochenmarktes bindet die Stadt und den Betreiber. Die Senkung des Pachtpreises würde eine Verzerrung des Wettbewerbs unter Marktbetreibern bedeuten. Es müsste zur Ermittlung des marktüblichen Preises eine Neuausschreibung des Wochenmarktes erfolgen. Der Vergleich mit anderen Städten und deren Pachtpreisen ist nicht zielführend, denn der Erfolg eines Wochenmarktes für den Betreiber lässt sich nicht nur anhand von Einwohnerzahlen, Einkommensstatistiken und Marktflächen beschreiben, sondern auch am Geschick des Marktbetreibers und dem Zulassen weiterer Händler, die unseres Wissens nach zum Teil abgewiesen werden. Entsprechende Beschwerden sind immer wieder bei uns eingegangen.
Dies war schon 2016 Gegenstand der Antwort an Herrn Gellesch. Eine Kündigung erfolgte bisher nicht. Es wird auch davon ausgegangen, dass eine Neuausschreibung Angebote erbringen wird. Herr Gellesch kündigte regelmäßig an, den Vertrag außerordentlich zu kündigen. Diese Möglichkeit sieht der laufende Vertrag nicht vor. Einzige Möglichkeit ist die fristgerechte Kündigung. Diese liegt bis heute nicht vor.“