Jerichower Land (eb/reh). Kinder und Eltern gleichermaßen fiebern der Einschulung entgegen. Neben möglichst farbenfroher Federmappe ist der erste Schulranzen der ganze Stolz der Erstklässler und Erstklässlerinnen.

Wichtig ist nicht nur ein trendiges Design, er sollte vor allem auch die kindliche Wirbelsäule schonen. Worauf zu achten ist, erläutert Dr. med. Carsten Bochwitz, Chefarzt der Klinik für Rückenschmerz im Burger Klinikum. Die Knochenstruktur der jungen Schulkinder ist weicher als die von Erwachsenen. Schwere Lasten führen zu Stauchungen der Wirbelsäule und verursachen Fehlstellungen. Schlimmstenfalls drohen Deformationen wie Rundrücken oder Wirbelsäulenverkrümmungen, die sogenannte Skoliose. „Kinder sollten maximal bis zu 12,5 Prozent ihres Körpergewichts tragen, das heißt, ein 20 Kilogramm schwerer Grundschüler darf maximal zwei Kilogramm auf seinem Rücken tragen, damit Schäden vermieden werden,“ erklärt Dr. med. Carsten Bochwitz. Neben dem Gewicht ist der richtige Sitz des Ranzens entscheidend.
Die seitlichen Tragegurte sollten breit und weich sein, Bewegungsfreiheit bieten, nicht einengen und den Druck großflächig auf den ganzen Rücken verteilen. Die nötige Stabilität für den kindlichen Rücken bietet ein anatomisch geformter Auflagebereich mit weichen Polsterungen. Um das Gewicht zu reduzieren, rät Orthopäde Dr. Bochwitz: „Am besten packen die Eltern am Vorabend gemeinsam mit ihren Kindern den Ranzen und sorgen dafür, dass wirklich nur das verstaut wird, was für dem Unterricht nötig ist. Damit werden unnötiger Ballast im Ranzen und vermeintliche Belastungen vermieden.“ Neben einer kindgerechten Ausstattung schützt eine trainierte Muskulatur vor falschen Belastungen. „Regelmäßige sportliche Aktivitäten und viel Bewegung stärken die kindlichen Muskeln und helfen Belastungen auszugleichen“, empfiehlt der Chefarzt. Es ist wichtig beim Ranzen auf Größe und Gewicht zu achten. Der Schulranzen sollte eng am Körper anliegen, nicht über die Schultern des Kindes hinausragen und mit seiner Oberkante am Nackenansatz abschließen. Zusätzlich sollte darauf geachtet werden, dass der Schulranzen auf dem Rücken durch beide Schultern getragen wird. Die Trägerriemen sollten ausreichend breit mit mindestens fünf Zentimeter, gut gepolstert und immer symmetrisch eingestellt sein. Bei Schul-Rucksäcken ist ein zusätzlicher Beckengurt sinnvoll zur Stabilisierung und Krafteinleitung auf das Becken. Schwere Sachen wie Bücher sollten immer ins Fach möglichst nah am Rücken platziert werden. Darüber hinaus ist darauf zu achten, dass ein Kind nur die Schulsachen mitnimmt, die es an diesem Tag braucht.