Königsrode (mey). Nicht nur der große Spielplatz und die vielen Nutztiere lockten am Samstag, 6. Mai 2017, viele Neugierige zum Königsroder Hof.

Wie bestellt klarte der Himmel am vergangenen Samstag über dem Königsroder Hof auf, als Anna Marinko ihre Zuhörerinnen und Zuhörer zu ihrem Vortrag über die Großtrappen begrüßte. Viel Wissenswertes über die Tierart, die in den 1990er Jahren beinahe ausgestorben wäre, vermittelte die Ungarin, die sich seit 2010 für die Großtrappen einsetzt und die seit 2012 in Deutschland für die Vogelart arbeitet. Auch ihr ist es zu verdanken, dass die Population von knapp 50 auf heute 238 Exemplare, die in Deutschland leben, angewachsen ist. Der eigentliche Lebensraum der Trappen erstreckt sich vom Fiener Bruch bis in das westliche Brandenburg, aber hin und wieder, besonders in strengen Wintern, kommt es schon mal vor, dass sich die Vögel verfliegen und in anderen Teilen Deutschlands, Frankreichs oder den Niederlanden wiederfinden. Das Team des Förderverein Großtrappenschutz e.V. macht sich dann auf den Weg, die Verirrten wieder zurückzubringen.
Nur durch die künstliche Bestandsunterstützung – hierzu gehört auch die Aufzucht von Küken und deren Auswilderung – konnte sich die Population bis heute wieder etwas erholen. Kolkraben und Adler gehören zu den größten natürlichen Feinden der Trappen. Füchse, die es auf die wenigen Eier der brütenden Hennen abgesehen haben, werden größtenteils durch Umzäunung des Schutzgebietes abgewehrt, denn die wenigen Eier, die 25 Tage lang bebrütet werden müssen, sind sehr kostbar. Nur ein bis zwei Küken zieht eine Henne pro Jahr groß. Und jedes Küken will täglich um die 1.000 Insekten verzehren. Ganz schön viel arbeit für die Henne, die selbst weniger wählerisch ist und vom Rapsblatt bis zur Feldmaus alles frisst, was ihr vor den Schnabel kommt. Die Henne selbst muss ein Alter von drei Jahren erreicht haben, bevor sie damit beginnt, Eier zu legen. Hähne werden erst mit dem sechsten Lebensjahr geschlechtsreif. Ihre anstrengenden Balztänze, bei denen ihr Herz bis zu 900 mal in der Minute schlagen kann, sind bis dahin die reinste Show. Viel Stress um Nichts, könnte der Mensch meinen. Einen echten Balztanz konnten die Besucherinnen und Besucher des Königsroder Hofes am vergangenen Samstag zwar nicht beobachten, dafür aber Hennen und ein Hahn in ihrer natürlichen Umgebung.
Weitere Termine des Fördervereins Großtrappenschutz e.V. werden über die Facebookseite des Vereins (@grosstrappe) oder auf der Vereinshomepage (info.grosstrappe.de) bekanntgegeben. Ob im nächsten Jahr der Großtrappentag auf dem Königsroder Hof wieder aufleben wird, ist noch nicht gewiss, aber durchaus vorstellbar.