Mit den aus dem Englischen kommenden Begriffen Cybermobbing (auch Internet-Mobbing), Cyber-Bullying oder Cyber-Stalking werden verschiedene Formen der Diffamierung, Belästigung, Bedrängung und Nötigung anderer Menschen oder Firmen mit Hilfe elektronischer Kommunikationsmittel über das Internet, in Chatrooms, beim Instant Messaging und/oder auch mittels Mobiltelefonen bezeichnet.

Dazu gehört auch der Diebstahl von (virtuellen) Identitäten, um in fremden Namen Beleidigungen auszustoßen oder Geschäfte zu tätigen und so weiter. Cybermobbing gehört zu einer der zentralen Gefahren im Umgang mit dem Internet und den neuen Medien. Opfer werden durch Bloßstellung im Internet, permanente Belästigung, durch entwürdigende Bilder oder durch Verbreitung falscher Behauptungen gemobbt. Die Täter werden in diesem Zusammenhang auch als „Bullies“ bezeichnet. Die Motive sind sehr vielschichtig: Außenseiter werden beispielsweise in Chatrooms schikaniert, es wird versucht die Konkurrenz klein zu halten oder Freunden zu imponieren – unter Umständen werden Mobbingopfer zu auch Tätern: Sie wehren oder rächen sich. Zunächst gewann das Phänomen vor allem im Zusammenhang mit Schülern und Schülerinnen, die Videos oder Bilder von Lehrern bearbeiteten und anschließend ins Internet gestellt haben, an Bedeutung. Mittlerweile ist Internet-Mobbing unter ihnen stark verbreitet und erfolgt per Handy, Chat, sozialen Netzwerken wie Facebook, Videoportale wie YouTube oder einer eigens erstellten Internetseite (wie beim Bloggen).
Bereits im Jahr 2010 berichten allgemein 25 Prozent der Nutzer eines sozialen Netzwerks von Beleidigungen und Bedrohungen. Einzelne Untersuchungen zeigen, dass in Deutschland mittlerweile über ein Drittel der Schüler und Schülerinnen in einem Zeitraum von zwei Monaten mindestens einmal als Opfer von Cyber-Mobbing betroffen sind und über die Hälfte der Schüler als Täter aktiv werden – beides mit steigender Tendenz. Die Grenzen sind fließend. Die Hemmschwelle, im Internet andere auszulachen oder zu verhöhnen, ist gering. In der Anonymität des World Wide Web muss ein Täter seinem Opfer nicht in die Augen blicken, eine unmittelbare Rückmeldung für das eigene Verhalten bleibt (zunächst) aus und in der Folge auch das Bewusstsein und Empfinden für das mögliche Ausmaß und die Qualität der Verletzung der Betroffenen. Es ist einfach, Unwahrheiten zu äußern oder herumzuschimpfen. Viele Betroffene finden die Schikane im Netz schlimmer als Mobbing im realen Leben, denn im Schleier des Internets weiß man nicht mit wem man es zu tun hat. Oft fühlen sich die Jugendlichen allein gelassen. Viele Betroffene hatten aufgrund von Cybermobbing Selbstmordgedanken. In der Vergangenheit ist es bereits zu mehreren Suiziden gekommen, die in Verbindung mit Cybermobbing stehen. Mobbing wird gesetzlich nicht direkt bestraft. In einem solchen Fall können jedoch verschiedene Gesetze des Strafgesetzbuchs greifen:
- Paragraf 185 Strafgesetzbuch: Beleidigung
- Paragraf 186 Strafgesetzbuch: Üble Nachrede
- Paragraf Strafgesetzbuch: Verleumdung
- Paragraf 238 Strafgesetzbuch: Nachstellung
- Paragraf 22 KUG/KunstUrhG: Recht am eigenen Bild
- Paragraf 201 Strafgesetzbuch: Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes
- Paragraf 201a Strafgesetzbuch: Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen
- Paragraf 240/241 Strafgesetzbuch: Nötigung/Bedrohung

Wie kann ich meinem Kind helfen, wenn es schon geschehen ist und es gemobbt wird?
In einer solchen Situation braucht das Kind echte Unterstützung. Vorwürfe wie „Ich habe dich ja gewarnt.“ bringen nichts. Gemeinsam sollte möglichst zügig die Schule informiert werden, weil hier oft die Täter zu finden sind. Wird in einem sozialen Netzwerk gemobbt, ist der Betreiber zu informieren, auf das Mobbing hinzuweisen und zur Löschung entsprechender Texte und Bilder aufzufordern (Tipp: vorher Screenshots als Beweismittel abspeichern).
Bei besonders schlimmen Angriffen sollte durchaus auch an eine Anzeige bei der Polizei gedacht werden. Ebenfalls sollten Eltern nicht zögern, mit dem Kind zum Arzt – am besten zum Kinder- und Jugendlichenpsychiater – zu gehen, wenn die seelische Belastung so groß ist, dass das Kind professionelle Unterstützung braucht.

Quelle: wikipedia, familie.de