Burg (lau). Zum Tag des offenen Denkmals öffneten wieder zahlreiche Burger Einrichtungen ihre Türen. Bei sonnigem Wetter ließen es sich die Burgerinnen und Burger nicht nehmen, die Geschichte ihres Heimatortes zu entdecken.

Geöffnet am Denkmaltag war der Wasserturm. Errichtet im Jahre 1902 versorgte er die Stadt mit frischem Trinkwasser. Der Behälter mit einem Fassungsvermögen von 400 Kubikmetern wurde mit Wasser aus dem Brunnenfeld auf dem Holländer gewonnen und im Wasserwerk in der Blumenstraße aufbereitet. In den 70er Jahren wurde die Nutzung des Turms für die Wasserversorgung eingestellt. Der Wasserturm wurde 1993 zum technischen Denkmal erklärt und unter der Obhut des Heimatvereins saniert. Zahlreiche Ausstellungen fanden sich im Turm wieder, die jedoch letztmalig in der Museumsnacht 2015 besucht werden konnten. Der Heimatverein kündigte den Vertrag mit dem Eigentümer des Turmes, dem Wasserverband, weil Reinigungs- und Pflegearbeiten zu aufwendig wurden. Die Hoffnung bestand darin, dass der Turm in das LaGa-Konzept eingeplant und somit durch die Stadt vorerst unterhalten wird. Dies war jedoch nicht der Fall. So nahm es sich die Projektgruppe Wasserturm zur Aufgabe, das Burger Denkmal zu pflegen. Zum Weltwassertag am 22. März 2017 öffnete der Turm erstmalig nach seiner Schließung. Heute hat sich aus der Projektgruppe der Wasserturm Burg e.V. gegründet, der bisher schon zahlreiche Veranstaltungen, wie Osterfeste, Open Air Kinos und Konzerte veranstaltet hat. Wer beim Wasserturm war, den zog es zugleich auch in den Gewölbekeller unter den Weinberg. Nach acht Jahren, in denen das gesamte Areal rund um den größten Gewölbekeller der Stadt umgestaltet wurde, konnte er nun wieder besichtigt werden. Eine neue Lichtanlage sorgte für die entsprechende Atmosphäre. Gebaut wurden die Keller um 1849 zur Biereinlagerung. Sie wurden im zweiten Weltkrieg als Lazarett und in den 70er Jahren als Einlagerungskeller genutzt. Als drittes mit im Bunde, fußläufig nur eine Minuten entfernt, öffnete schließlich auch die historische Gerberei unter Federführung des Burger Heimatvereins seine Türen. Die Gäste konnten hier in die Burger Geschichte eintauchen und hautnah miterleben, wie früherer gegerbt wurde. Bei Kaffee und Kuchen konnten alle die musikalische Unterhaltung durch Liedermacherin Siggi Wilke genießen. Andächtig war es indes in der Burger Kirche Unser lieben Frauen und in der Kirche St. Nicolai.