Genthin (eb). Ein besonderer Gast verweilt derzeit beim Tierschutzverein Genthin e.V. Das kleine Igelbaby Johannna wird rund um die Uhr von Mitglied Doreen Marx umsorgt.

Bereits Anfang August informierte die Genthiner Baumschule den Verein über ein kleines Igelbaby - gerade so groß wie eine Kinderhand. Die Augen waren noch geschlossen, schnell war klar, das Tier war erst wenige Tage alt und würde allein nicht überleben. Vereinsvorsitzende Ute Müller nahm sich zunächst des Igelbabys an und holte sich wichtige Tipps von einem Igelexperten aus Tangermünde. Nach kurzer Zeit übernahm dann Doreen Marx bei sich zu Hause die Pflege der kleinen Johanna. Zu diesem Zeitpunkt wog sie 57 Gramm. Die Tierschützerin hat sich über die Aufzucht von Igelbabys genauestens belesen, denn eines war klar: Sie ist jetzt die neue „Igelmama“.
Rund acht bis zehn mal am Tag versorgte sie Johanna mit Katzenaufzuchtsmilch über eine Ernährungsspritze. Vor und nach jeder Mahlzeit massiert Doreen Marx das kleine Bäuchlein, um die Verdauung anzuregen. Täglich wird das Tierbaby gewogen. Nach 14 Tagen öffnete Johanna das erste Mal die Augen, nach 18 Tagen waren sie richtig offen. Ihren ersten eigenen Fressversuch unternahm die Igelin nach drei Wochen. Seither frisst die Kleine ihren Brei aus Juniorkatzenfutter und Aufzuchtsmilch ganz allein. Immer wenn sie Hunger hat, macht sie sich durch lautes Piepsen bemerkbar.
Mittlerweile kommen die ersten Zähnchen durch und auch die Stacheln werden härter. Johanna wiegt jetzt 120 Gramm und nimmt täglich etwas zu. Immer wenn Doreen Marx das kleine Igelkind sieht und merkt, wie fit und agil es nun schon ist, weiß sie, die Arbeit hat sich gelohnt.