Burg (mey). Noch bis Montag, 4. Juni 2018, können Interessierte die Ausstellung „fair flowers“ in den Ausstellungsräumen Am Markt 3 in Burg besichtigen.

Wer auf die Schnelle noch einen Blumenstrauß zum Geburts-, Valentins- oder Jahrestag aus dem Supermarkt holt, macht sich nur selten darüber Gedanken, woher die Schnittblumen, die hier für wenige Euro pro Stück, schon fertig gebündelt angeboten werden, überhaupt kommen. Seit sieben Jahren reist die Ausstellung „fair flowers – Mit Blumen für Menschenrechte“ kreuz und quer durch Deutschland. Jetzt ist sie zum ersten Mal in einem der neuen Bundesländer zu sehen.
Der Bürgermeister der Stadt Burg Jörg Rehbaum sagte auf der Vernissage am Donnerstag, 24. Mai 2018, er sei stolz, dass ausgerechnet Burg als erste ostdeutsche Stadt als Ausstellungsort diente. Noch stolzer stimme ihn aber das Engagement, das Bürgerinnen und Bürger wie auch Burger Institutionen aufgebracht hatten, um die Ausstellung „fair flowers“ in die Stadt der Türme zu holen. „Was macht eigentlich einen fairen Handel aus?“, fragte der Bürgermeister die anwesenden Gäste. Es wäre an der Zeit, sich diese Frage ins Bewusstsein zu rücken und zu erfragen, woher Blumen, aber auch andere Produkte überhaupt kommen und wie sie produziert werden.
Über die unverblümte Wahrheit klärt die Ausstellung „fair flowers“ auf. Matthias Bilz und Philipp Freisleben vom EINE WELT Netzwerk Sachsen-Anhalt e.V. stellten die vom Vamos e.V. aufgebaute Wanderausstellung vor. „Blumen sind Kulturgut“, warf Freisleben gleich zu Beginn ein. „Doch wer zahlt eigentlich den Preis für einen Blumenstrauß?“ Zur Antwort folgte ein erschütternder Bericht aus erster Hand – über zerstörte und vergiftete Naturschätze, über den Entzug der Lebensgrundlage von tausenden Menschen in den Anbauregionen und über ausgebeutete Arbeiterinnen und Arbeiter, die zwischen Pestiziden und in mangelnder, teils löchriger „Schutzkleidung“ rote Rosen und andere Prachtblumen für weit entfernte Geburtstagskinder und andere Empfänger anbauen. „Für ein faires Produkt zahlt einzig und allein der Konsument“, so sind sich die versammelten Besucherinnen und Besucher einig. Dafür muss sich der Konsument auch einsetzen, nicht nur, wenn es um Blumensträuße geht.