Magdeburg (mey). Sie zählt zu den bedeutendsten Pflanzensammlungen überhaupt und lockt seit über 120 Jahren Pflanzenfreunde aus der ganzen Welt in die Landeshauptstadt Magdeburg – die Tropenwelt der Gruson-Gewächshäuser.

Ausgerechnet ein Magdeburger Maschinenbauunternehmer bewies im 19. Jahrhundert, dass er einen ganz besonders grünen Daumen besaß. Bis zu seinem Tode 1895 sammelte Hermann Gruson exotische Pflanzen aus aller Welt und trug so eine umfangreiche Sammlung zusammen, die ihres Gleichen suchte. Damals zählte gerade seine große Kakteensammlung zu den bedeutendsten weltweit. Grusons ganzer Stolz ging nach seinem Tod in das Eigentum der Stadt Magdeburg über. Mit Hilfe eines entsprechenden Geldbetrages, den er zu diesem Zwecke ebenfalls der Stadt vermacht hatte, wurden die berühmten Gruson-Gewächshäuser errichtet, die bis heute mehrfach erweitert, umgebaut und renoviert wurden.
Heute werden etwa 4.500 exotische Pflanzenarten und -sorten in den Gewächshäusern kultiviert. Die zehn Schauhäuser sind je einer Pflanzenfamilie oder einer tropischen oder subtropischen Region gewidmet. Nicht nur für die kleinsten Besucher zählen exotische Tiere wie Kaimane, Schildkröten und sich unter den Sträuchern versteckende Straußenwachteln zu den besonderen Highlights der Gewächshäuser.
Der Förderverein der Gruson-Gewächshäuser unterstützt die Ausstellung nicht nur finanziell. Regelmäßig werden die unterschiedlichsten Veranstaltungen kostengünstig für Besucherinnen und Besucher angeboten. An diesem Wochenende (Sonntag, 12. August 2018 um 15 Uhr) findet beispielsweise die Führung für Kinder im Alter von sieben bis zwölf Jahren, „So riechen und schmecken die Tropen“, statt. Im September werden sich die Gewächshäuser an der Magdeburger Kulturnacht beteiligen.
Im Sommer wurden die Gewächshäuser an mehreren Tagen bis in die späten Abendstunden geöffnet. Hier erhofften sich die Besucher der „Nächtlichen Blüten“ einen Blick auf die nur bei Nacht blühenden Seerosen.