Genthin (mey). Eine belebte Stadt, bunt und geschäftig, so sieht Genthin schon seit Jahren nicht mehr aus.

Leere Schaufenster von geschlossenen Geschäften prägen das Bild der Genthiner Innenstadt. Aber wo liegt die Ursache dafür, dass immer mehr Händler, Dienstleister und Gastronomen schließen? Ein Hauptproblem, so sind sich wohl die meisten Händlerinnen und Händler einig, ist das Internet. Mit den Dumpingpreisen von Amazon und Co. kann einfach niemand mithalten.
Eine weitere Ursache dafür, dass viele den Weg in die Innenstadt nicht mehr wagen, ist die schlechte Zugänglichkeit von der südlichen Stadt aus. Nachdem mehrere Bahnübergänge geschlossen wurden, führen nur noch weite Umwege wie über die Umgehungsstraße in die Innenstadt. Fußgänger und Fußgängerinnen sind auf den Weg durch die Bahnunterführung angewiesen, wo die Fahrstühle oftmals defekt sind und in denen Hunde ihre Notdurft verrichteten oder Unumsichtige ihren Müll hinterließen.
Neue Gewerbetreibende zieht es kaum in die Stadt – ein Blick auf die sinkende Kaufkraft und die Infrastruktur schreckt ab. Stattdessen schließen immer mehr Geschäfte, was dafür sorgt, dass noch weniger Menschen in die Innenstadt kommen. Die übrigen Geschäfte haben es so immer schwerer. Die Innenstadt steckt in einer Teufelsspirale.
Ein aktueller Brennpunkt, den auch Zulieferer und Partner von Gewerbetreibenden ansprechen, sind die Baustellen und die teilweise irreführenden Umleitungen, die unter anderem fälschlicherweise darauf schließen lassen, die Innenstadt wäre eine einzige Sackgasse oder aber gar nicht zu erreichen.