Scharteucke (mey). Mit einer Dorfkirche verbinden die Bürgerinnen und Bürger einer Gemeinde bis heute mehr, als nur ihren Glauben an Gott. Sie dient als Monument, das die Dorfgemeinschaft eint und zusammenhält.

Aus Köln kamen Monika und Hartwig von Tresckow angereist. Im etwa 500 Kilometer von Genthin entfernten Rheinland haben sie Familie und Freunde, verbrachten den Großteil ihres Lebens dort. So sind sie im März 1990 in das Jerichower Land und nach Scharteucke gefahren. Hier hatte Hartwig von Tresckows Ahne, Levin Friedrich von Tresckow 1747 seinerzeit diese Kirche erbaut. Im Laufe der Jahre hatte das Bauwerk viel von seinem einstigen Glanz verloren. Für Monika und Hartwig von Tresckow war klar, dieses Stück Familiengeschichte musste vor dem bereits genehmigten Abriss gerettet werden. So wurde der Verein „Kirche Scharteucke e.V.“ gegründet, mit dessen Hilfe um die Restauration der Kirche gekämpft wurde. Schon der erste Schritt, das Decken des Daches, stellte den Verein vor eine Herausforderung. Doch allen Hindernissen zum Trotz schafften es die Eheleute von Tresckow und die Vereinsmitglieder, das Gotteshaus binnen sieben Jahren in Stand zu setzen. Am Sonntag, 20. August 2017, wurde das 20. Jubiläum der Wiedereinweihung der Kirche gefeiert. Hartwig von Tresckow begrüßte seine Gäste und erinnerte daran: „Es gibt immer etwas zu tun.“ Beispielsweise war die Uhr der Kirche vor einiger Zeit stehengeblieben. Aber Monika von Tresckow hatte es der Pastorin Friederike Bracht versprochen, das Problem zu beheben, und so läutete die Glocke auch wieder pünktlich zum Fest. Dem Zusammenhalt der Vereinsmitglieder ist es zu verdanken, dass das Projekt gelingen konnte, obwohl die Scharteucker zu-
nächst skeptisch den fremden von Tresckows gegenüberstanden und fürchteten, die Eheleute würden Erbansprüche stellen. Umso überraschender war für sie das bedingungslos entgegengebrachte Engagement.
Für die Kölner war vor allem Christa Wendland die wichtigste Ansprechpartnerin in Scharteucke, die sich für den Verein engagierte. Auf die Bedenken der Vereinsmitglieder hin, wer sich in der Zukunft für die Kirche einsetzen würde, antwortete die im nächsten Jahr 80 Werdende scherzhaft: „Ich bin doch noch jung!“ Dennoch hoffen die Vereinsmitglieder darauf, dass sich auch jüngere Scharteucker für den Verein einsetzen werden. Künftig soll die Kirche in Scharteucke nicht nur zum Gottesdienst geöffnet werden. Auch Konzerte wie in der Vergangenheit vom Trinitatis-Ensemble und andere Gelegenheiten zum Beisammensein in gemeinschaftlicher Runde wie Kaffeenachmittage sollen ermöglicht werden, auch um den Zusammenhalt im Dorf zu kräftigen.