Genthin (püt). Das Kreismuseum Jerichower Land in der Genthiner Mützelstraße ist wohl jedem ein Begriff. Mit über 25000 Ausstellungs-stücken wird hier die Geschichte des Landkreises präsentiert. Für Schulklassen allerdings außerhalb von Genthin ist der Besuch mit organisatorischen und finanziellen Hürden verbunden. Dies soll sich nun ändern: Zur Erstellung eines mobilen Ausstellungskonzeptes wurde nun der  Zuwendungsbescheid übergeben.

Allen Schülerinnen und Schülern des Landkreises soll der Zugang zur Geschichte des Jerichower Landes ermöglicht werden. Um dieses Ziel umzusetzen, wird der Unterricht durch Museumspädagogen mittels geeignetem Konzept ab voraussichtlich Januar 2018 zu ausgewählten Themen in den Schulen ergänzt. Während Genthiner Schulklassen die Möglichkeit haben regelmäßig das Kreismuseum aufzusuchen, bleibt anderen Schülern des Landkreises der Museumsbesuch aufgrund von Distanz und Fahrtkosten verwehrt. Aus diesem Grund soll das  Projekt „Mobiles Museum“  als Teil des Lehrplans zu den Schülern kommen und Lust auf den Besuch des Museums machen.  Hierfür stehen Fördermittel von der Lokalen Aktionsgruppe LEADER in Höhe von 16000 Euro zur Verfügung. Der Landkreis beteiligt sich mit 4000 Euro Eigenmitteln. „Wissensvermittlung, Wecken der eigenen Identität und die Verwurzelung in der Region ist zu unterstützen“, sagt Heike Winkelmann vom LEADER-Management. Die Unterstützung des mobilen Museums hat für die LEADER-Aktionsgruppe Priorität, da dieses Projekt auch im ländlichen Raum und überregional stattfinden wird. Vorteil eines Museumsbesuchs ist es, durch Veranschaulichung von beispielsweise Fundstücken  die Vergangenheit im Geschichtsunterricht besser kennenzulernen.
„Wie sollen die Schüler die Zukunft verstehen, wenn sie nichts über ihre Vergangenheit wissen“, fasste Steffen Voigt vom Landkreis die Notwendigkeit eines Museums prägnant zusammen. Doch nicht nur Schulen, auch Kindergärten, Heimatvereine und mehr sollen von der mobilen Ausstellung profitieren.
Museumsleiterin Antonia Beran stellte drei Aspekte vor, die Schulkindern momentan die Geschichte vermitteln. Sie unterteilt in drei Kategorien:  Schulgeschichte mit dem Erlernen der altdeutschen Schrift, Exponaten aus dem geschichtlichen Fundus zur Veranschaulichung des Lebens in der Steinzeit bis ins 20. Jahrhundert und der Jugend im Nationalsozialismus unter Verwendung von Originalquellen wie der KZ-Gedenkstätte in Genthin-Wald.
Von Oktober 2017 bis Januar 2018 wird ein Konzept für das „Mobile Museum“ erarbeitet. „Das Erlebnis des Originalen kann nur mit musealen Mitteln passieren, nicht digital“, sagte Antonia Beran. Volker Schütte, Leiter des Genthiner  Bismarck-Gymnasiums geht noch einen Schritt weiter. Er könnte sich vorstellen, den Besuch des Kreismuseums zum festen Bestandteil des Unterrichts zu machen. Die Gymnasiasten von der fünften bis zur zehnten Klasse sollten im Museum ein Praktikum von zwei oder drei Wochen absolvieren. Genthin wäre damit Vorreiter in ganz Deutschland. Jeder Schüler hätte so mindestens einmal Kontakt mit dem Museum. Zudem könnten die Gymnasiasten eigene kleine Ausstellungen in den Klassenräumen organisieren.