Burg (mey). Geburtstage, Hochzeitsjubiläen und andere große Ereignisse stehen nicht selten im Terminplan für kommunale Politiker. Ein 101. Geburtstag ist unter diesen Terminen eher selten, der 101. Geburtstag einer geistig wie körperlich noch so gesunden Frau etwas ganz Besonderes.

Mit den Worten „Wir sehen uns in einem Jahr!“ hatten sich Landrat Dr. Steffen Burchhardt und Bürgermeister Jörg Rehbaum am 9. April 2017 von Irmgard Knoke verabschiedet – und tatsächlich, genau ein Jahr später, am vergangenen Montag, standen die beiden kommunalen Politiker erneut vor ihrer Tür, diesmal, um ihr zum 101. Geburtstag zu gratulieren. Augenscheinlich hatte sich das Geburtstagskind nicht stark verändert, auch wenn sie selbst sagt: „Das politische Geschehen hat mich in letzter Zeit sehr beschäftigt. Das kann auch an Körper und Geist nagen.“ Davon merkten die hohen Gäste jedoch nichts. Im Gegenteil. Schon in den ersten Minuten des Besuchs wurde klar, Irmgard Knoke lässt sich, wie schon in jüngeren Lebensjahren, die Butter nicht vom Brot nehmen. „So viel Aufgewecktheit und politisches Interesse würden wir uns von mehr Bürgerinnen und Bürgern wünschen“, waren sich die Herren einig. Ihre geistige Fitness verdankt die Jubilarin verschiedensten Aktivitäten wie dem regelmäßigen Rummikubspielen und natürlich dem täglichen Studieren der Zeitung. „Die hole ich meistens auch jeden Morgen selbst aus der Zeitungsrolle“, betont die im zweiten Stock lebende. Klar, denn ein gesunder Geist kann nur in einem gesunden Körper leben, bestätigt der Landrat. Das soll auch nach Möglichkeit noch lange so bleiben! Mit ihrem nach wie vor fitten Gedächtnis ist Irmgard Knoke ein lebendes Archiv der Stadt. Sogar an winkende Kriegsgefangene im alten Burger Gefängnis kann sie sich noch erinnern. „Kriegsgefangene vom Ersten Weltkrieg!“, betont die in Burg geborene Zeitzeugin. Zur Gesundheit trägt freilich auch ein ausgewogenes Sozialleben bei und auch das genießt Irmgard Knoke in vollen Zügen. Tochter Gerda lebt gleich nebenan und wirft stets ein Auge auf ihre rüstige Mutter und die bis nach Greifswald oder ins Münsterland verstreuten Enkel sind auch nicht aus der Welt. Trotz ihres Alters behält Irmgard Knoke all ihre Nachkommen im Blick. Ein gewisses Verantwortungsgefühl trägt sie ihr Leben lang auf den Schultern. „Mein Vater hat mir schon früh viel Verantwortung übergeben. Das lässt mich nicht los, auch nicht nach 101 Lebensjahren.“