Hier schreibt ossi

Seit Jahren wird in verschiedenen Medien verkündet, dass Lothar Finzelberg, Landrat im Jerichower Land, sich habe bestechen lassen. Genüsslich wird das verbreitet, gerne auch umrahmt von Umfragen mit dem Tenor: „Der Mann ist als Landrat nicht haltbar“. Dabei ist nicht einmal Anklage erhoben worden. Mangels Beweisen dann wohl vermutlich. Als Zeuge soll ein ehemaliger Autohausbesitzer dienen, der rechtskräftig verurteilt ist und längere Zeit im Knast eingesessen hat.
Verurteilt wurde Finzelberg lediglich in einem Fall, weil er vor einem „Parlamentarischen Untersuchungsausschuss“ des Landtages Sachsen-Anhalt falsche Aussagen vorgetragen haben soll. Wobei juristisch noch zu klären ist, ob vor solch einem Ausschuss die gleichen Bedingungen wie vor einem Gericht gelten. Der Richter beim Stendaler Landgericht meinte: „Ja“. Nun ist die nächste Instanz abzuwarten.
Während in zahlreichen Medien auf den Landrat im Jerichower Land eingedroschen wird, erweist sich die Mehrheit des Kreistages als souverän. Völlig unbeeindruckt von den immer neuen „Enthüllungen“ in einem werktäglich erscheinenden Presserzeugnis, im Landesfunk und in überörtlichen Medien ermächtigte der Kreistag des Jerichower Landes – bei nur je drei Gegenstimmen – in neun Beschlüssen den Landrat zur Auftragsvergabe großer Investitionen im Gesamtwert von fast zehn Millionen Euro.