Burg (mey). Sich beim Eintritt des Rentenalters zurücklehnen, möglichst lange noch kleinere Arbeiten im Familienbetrieb übernehmen, den folgenden Generationen mit Rat und Tat zur Seite stehen und bis ins hohe Alter von der Familie umsorgt werden. Was vor wenigen Jahrzehnten noch Gang und Gebe auf Bauernhöfen war, ist längst vorbei. Doch die Landsenioren des Jerichower Landes sind nicht von gestern.
 
In der vergangenen Woche zog es die Mitglieder der Landseniorenvertretung Jerichower Land e.V. in den AWO Nachbarschaftstreff in Burg. Hier wurde ganz ausführlich und offen über eine Thematik gesprochen, die den meisten Menschen eher unangenehm ist, über die jedoch nie zu früh nachgedacht werden kann. Die Sozialberaterin der AWO, Martina Frank, nahm sich der Gruppe an, um geduldig Auszüge zum neuen Pflegestärkungsgesetz zu erklären.
Kaum jemand macht sich gern darüber Gedanken, was im Ernstfall passieren würde – wer Entscheidungen treffen soll, wenn der Betroffene selbst nicht mehr dazu in der Lage sein sollte. Einige der Senioren hatten sich bereits mit ihren Angehörigen zur Vorsorgevereinbarung ausgetauscht, viele hatten im Vorhinein von Problemfällen gehört, alle waren aufgeschlossen, zu hören, was hierbei zu beachten sei. Als Sozialberaterin brachte Martina Frank Beispiele in ihr Referat mit ein, die die Senioren zum Nachdenken anregten, wofür es, so betonte sie, nie zu früh sein kann. Schon in jungen Jahren können Schicksalsschläge zur Pflegebedürftigkeit führen, mit voranschreitendem Alter wächst die Wahrscheinlichkeit. Fragen zu Anträgen, zu Möglichkeiten der finanziellen Unterstützung und andere Ungereimtheiten konnten direkt vor Ort geklärt werden, sodass die Seniorinnen und Senioren nun bestens gewappnet in Gespräche mit den eigenen Angehörigen starten können.
Für die Landsenioren rundete die Informationsveranstaltung ein ereignisreiches Jahr voll unterschiedlichster Unternehmungen ab. Regelmäßig setzen sie sich mit vielfältigen Themen auseinander oder besuchen verschiedenste Orte im und außerhalb des Landkreises. Einen absoluten Höhepunkt bot die Busreise in den Spreewald, die die Landsenioren im Sommer unternahmen. Als Dreh- und Angelpunkt vieler Unternehmungen hält natürlich immer wieder die Landwirtschaft her, mit der sich alle Mitglieder des Vereins auch mit teils 90 Lebensjahren noch eng verbunden fühlen. Rüben, Raps, Beregnungsanlagen und Diskussionen um den Wolf im Jerichower Land gaben darum Anlass für Reisen zu landwirtschaftlichen Betrieben des Landkreises. Nun ist der Vorstand bereits mit der Ausarbeitung des Jahresplans für 2019 beschäftigt. Mit der alljährlich stattfindenden Weihnachtsfeier werden sich die Landsenioren vom Jahr 2019 verabschieden.
Andere Seniorinnen und Senioren des Jerichower Landes (ob aus Gübs, Niegripp, Roßdorf, Menz oder jeder anderen Ortschaft des Kreises), die in der Landwirtschaft verwurzelt sind (seien es ehemalige Betriebsleiter, Traktoristen, Melker oder Stalljungen) sind herzlich in den Reihen der Landseniorenvertretung willkommen.
Bei Interesse ist Roswitha Rode unter der Telefonnummer 0174/75 23 045 zu erreichen.