Hier schreibt abel
Diese Woche war es dann soweit: Der erste Sturm des Jahres 2018 zog übers Land der Dichter und Denker. Diesmal war es kein Sturm der Entrüstung über sexuell entgleisende Migranten auf der Kölner Domplatte und auch kein Shitstorm im Internet für eine festlich geschmückte Silvesterkatze mit Polenböller am Halsband. Nein, Burglind war es, ein Sturm, der in fast ganz Deutschland zum Teil mit Orkanstärke sein Unwesen trieb. Er forderte sogar ein Menschenleben und verursachte Sachschäden in beträchtlicher Höhe. Die mediale Verarbeitung war wie immer umfassend und je niveauloser das Medium desto reißerischer die Schlagzeilen. Sie werden sagen: „Na und? Das ist doch das übliche Vorgehen von Presse und Rundfunk“. Stimmt ja. Gerade weil diese Nachrichten in Deutschland inzwischen zur Gewohnheit werden, sprechen immer weniger Menschen darüber, dass es nicht sein kann, dass gefühlt ab Windstärke drei keine Deutsche Bahn mehr fährt. Kaum geht der Wind, fallen überall Bäume als forstliche Selbstmordattentäter auf die Schienen und legen den Verkehr bis auf weiteres still. Ursache dafür ist die Tatsache, dass die Naturschutzbehörden die Baumfällung an Bahnstrecken so gut wie unmöglich macht. In Wirklichkeit ist es ein Skandal, dass der Schutz von Fichte, Kiefer und Ahorn inzwischen der Sicherung einer intakten Infrastruktur vorgeht. Macht nix, Hauptsache wir haben viel zu verwalten, sagen die Beamtinnen und Beamten.