Hier schreibt pütschi
Menschenskinder, was ist nur mit Genthin los? In der Errinnerung gekramt ist dort ein ganz anderes Bild gespeichert. Mit mächtig Bammel und gespannt auf den ersten Schulausflug in die große Stadt haben sich die kleinen Landeier damals die Nasen an den Schaufensterscheiben platt gedrückt. Auf der Busfahrt wurden vom Lehrer die Betriebe wie Großbäckerei, Waschmittelwerk, Schiffswerft, Molkerei, Hanfspinnerei, Getreidewirtschaft, Kreisbaubetrieb, in denen Familie und Nachbarn ihre Brötchen verdienten, erklärt. Gut, das ist nun mehr als 30 Jahre her. Im Hier und Jetzt angekommen ist die große Stadt überhaupt nicht mehr so groß. Beinahe alle Betriebe gibt es nicht mehr. Und nun ist auch noch das Krankenhaus abgehauen. Ab jetzt darf einem dann nichts mehr passieren. Doch Ersatz soll kommen. In Genthin kann wohl niemandem der Schwarze Peter untergeschoben werden. Und ein rühriger Bürgermeister allein reicht zum Wohl der Stadt und seiner Einwohner nunmal nicht aus. Auf ein Wunder zu warten aber leider auch nicht. Zaubern zu können wäre hier toll. Eins, zwei, drei und das schöne Genthin wäre wachgeküsst. Aber vielleicht denken ja die Plakate klebenden und sich in die Öffentlichkeit drängelnden Stimmenfänger der letzten Wochen an die Perle am Kanal und überlegen sich eine Strategie zur Wiederbelebung. Es ist wirklich schade um Dich, mein Genthin, Du schlafende Schönheit!