Biederitz (mey). Die Stadt Aken macht es vor – hier untersteht der Hochwasserschutz nur noch einem Kommando. Auch in Biederitz werden nun Wasser- und Feuerwehr eng kooperieren.

„Heute“ schon an „Morgen“ zu denken, ist ein Grundsatz in gut funktionierenden Gemeinden. Auch wenn die Elbe im Rekordsommer 2018 nur Niedrigwasser führte und diese Vorstellung ihren Betrachtern einiges an Fantasie abverlangt; vor fünf Jahren zog hier ein reißender Strom entlang. Die Jahrhundertflut bedrohte Ortschaften im ganzen Jerichower Land und der Hochwassereinsatz rang den Einsatzleitern unter anderem großes organisatorisches Talent ab. Bei zukünftigen Elbefluten will die Einheitsgemeinde Biederitz einen noch besser geordneten Ablauf gewährleisten. Die Wasserwehr der Gemeinden Gübs, Biederitz, Gerwisch und Heyrothsberge soll darum bald Teil der Freiwilligen Feuerwehren werden.
Zur Ausrüstung der Wasserwehr konnte die Einheitsgemeinde Biederitz hierfür nun einen Fördermittelbescheid entgegennehmen. Mit 105.000 Euro wird das Vorhaben vom Land Sachsen-Anhalt unterstützt. Für 30.000 Euro wird ein Kommandowagen angeschafft. Ein Lichtmastanhänger mit Notstromaggregat wird weitere 35.000 Euro kosten. Für Zubehör wie unterschiedlich leistungsstarke Pumpen, Schläuche und Stromerzeuger bis hin zu Handleuchten wird mit etwa 65.000 Euro gerechnet. Das Bundesland Sachsen-Anhalt fördert den kommunalen Hochwasserschutz – die Kosten für Projekte wie die Ausrüstung von Wasserwehren oder Baumaßnahmen können bis zu 80 Prozent Förderung erhalten. Aus dem Haushalt der Einheitsgemeinde Biederitz fließen weitere 25.000 Euro. Insgesamt werden 130.000 Euro in die Ausrüstung für die Wasserwehr der Einheitsgemeinde investiert.
Für den guten Umgang mit der neuen Ausrüstung werden die Leiter der Ortsfeuerwehren Sorge tragen. Ihrem Kommando werden die Ortswasserwehren ab dem kommenden Jahr unterstellt. Von dieser zukünftig noch engeren Zusammenarbeit von Feuer- und Wasserwehr verspricht sich Bürgermeister Kay Gericke nicht nur kürzere Meldewege bei Hochwassereinsätzen. Außerdem sollen Mitglieder der Wasserwehr besser auf den Ernstfall vorbereitet werden. Bei gemeinsamen Übungen von Feuer- und Wasserwehr trainieren die Einsatzkräfte ihre Zusammenarbeit. Auch der Erfahrungsaustausch wird hier eine wichtige Rolle spielen, denn „natürlich können und wollen wir auf den Erfahrungsschatz unserer Deichläufer nicht verzichten, die schon seit Jahrzehnten für die Sicherheit der Gemeinden sorgen“, erklärt Bürgermeister Kay Gericke.
Der Entwurf zur Satzung der Wasserwehr mit ihrer neuen Struktur liegt derzeit den Ortswehrleitern der Feuerwehr vor. 2019 soll sie in Kooperation mit ihnen, der Verwaltung und Gemeindewasserwehrleiter Rene Germer ausgearbeitet werden.