Burg (püt). In dem seit Jahrzehnten leerstehenden Gebäudekomplex der ehemaligen „Feldschlösschen-Brauerei“ an der Magdeburger Straße kommt Bewegung: Am 27. Juli 2018 war eine regionale Dachdeckerfirma damit beauftragt, den 25 Meter hohen, einsturzgefährdeten Brauereiturm abzutragen.

Dem Baustellenschild ist seit kurzem zu entnehmen, dass der jetztige Besitzer die Immobilie sanieren und zum Wohnhaus mit barrierefreien Wohnungen umbauen lassen will. Die ehemalige Brauerei samt Turm grenzen direkt am Pressehaus des „Der BurgSpiegels“. Um mit ihrem 28 Meter hohen Kranausleger an den Turm zu gelangen, stellte der Besitzer des Pressehauses der Dachdeckerfirma seine Parkplätze zur Verfügung.
Zwanzig Brauereien produzierten einst in Burg Bier. Das markante Gebäude neben dem „Der BurgSpiegel“ war einst Sitz der Feldschlösschen-Brauerei. Diese wurde 1889 als Vereinsbrauerei gegründet. Bis zu ihrer Schließung 1990 änderte sich der Name mehrfach. Unter dem Namen Feldschlösschen-Brauerei AG wurden bis 1936 verschiedene Biersorten und Limonaden produziert. Im Jahr 1948 wurde die Brauerei in einen Treuhandbetrieb umgewandelt. Die Umwandlung in den Volkseigenen Betrieb (VEB) erfolgte 1956. Feldschlösschen wurde Teil einer Vereinigung. Nach 1975 wurde hieraus der VEB Genthiner Brauhaus. Bis zur Schließung der Brauerei war Burg für Faschingsbräu, Bockbier, Vollbier, Malzbier, Lagerbier und mehrere Sorten Brause weit über die Landesgrenzen bekannt. Nun, 28 Jahre nach der Schließung der traditionsreichen Brauerei, soll dem verfallenen Gebäude endlich
wieder Leben eingehaucht werden.