Gerwisch (mey). Die Kreisseniorenvertretung setzt sich für die Interessen von Rentnerinnen und Rentnern im Jerichower Land ein.

Zweimal jährlich besuchen die Mitglieder der Kreisseniorenvertretung Einrichtungen im Landkreis, um sich einen Eindruck von deren Angeboten und Leistungen zu verschaffen. Am Mittwoch,
8. November 2017 besuchten sie ein Pflegeheim in Gerwisch.

Auf den Zahn gefühlt:
Nachgehakt wurde nicht nur beim Personal, sondern auch bei den Bewohnerinnen und Bewohnern. Walter Fleischer sprach stellvertretend für den Bewohnerbeirat, der unter anderem für die Organisation von Herbstfesten, die Weihnachtsfeier und anderer Veranstaltungen zuständig ist. Gerade heraus angesprochen wurden Problematiken, mit denen nicht nur Pflegeeinrichtungen im Jerichower Land, sondern deutschlandweit zu kämpfen haben. Die Rente ist niedrig, Kosten für die Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung verständlicherweise teuer, denn für diese gibt es strenge Vorgaben durch den Bund. Wird ein Umbau der Zimmer erforderlich, beispielsweise die Umwandlung von Zweibett- in Einzelzimmer, müssen diese Kosten irgendwie abgedeckt werden, das ist auch den Mitgliedern der Seniorenvertretung klar.
Ein weiteres bekanntes Problem, das sie auch in den meisten anderen Einrichtungen kennenlernten, ist personeller Natur. Wenige Pflegekräfte müssen sich unter Zeitdruck um viele Patienten und noch mehr Papierkram kümmern. Für Sorgen, die den Bewohnerinnen und Bewohnern auf der Seele brennen, bleibt kaum Zeit. Und das, obwohl sich auch das Krankheitsbild der Patientinnen und Patienten verändert hat. Die Pflegedienstleitung stimmt zu: „In den letzten Jahren ist die Arbeit mit den Pflegeempfangenden anstrengener geworden. Zusätzlich zu den körperlichen Beschwerden haben wir es nun auch immer häufiger mit psychischen Krankheiten zu tun. Demente Bewohnerinnen und Bewohner verlangen eine andere, zusätzliche Form der Zuwendung.“
Dieser und weiteren Problemfeldern müsse sich die Politik widmen, sagt Karl-Heinz Koszir, Vorsitzender der Kreisseniorenvertretung. Diesbezüglich setzte er sich auch schon mit dem Sozialministerium auseinander.

Pflege im eigenen Zuhause:
Abschließend beriet sich die Seniorenvertretung über bevorstehende Termine. Am Donnerstag, 14. Dezember 2017 um 14.30 Uhr, so wurde mit dem Bürgermeister der Einheitsgemeinde Biederitz, Kay Gericke, vereinbart, wird in der Mehrzweckhalle in Biederitz eine für alle Interessenten öffentliche, kostenfreie Veranstaltung stattfinden. In Zusammenarbeit mit der Hochschule Magdeburg-Stendal und der Gemeinde Biederitz will die Kreisseniorenvertretung hier über die Möglichkeiten der Beantragung von Fördermitteln im Rahmen von Umbauarbeiten im eigenen Heim informieren. Geklärt werden soll, wie und wo Anträge gestellt werden können, wenn Angehörige oder der Antragsteller selbst Sanierungen im Sinne einer altersgerechten Gestaltung vornehmen will, beispielsweise Sanierung des Bades, Installation eines Treppenlifts.