Ihleburg (mey). Katzenwelpen waren gestern – die Mädels der Jungzüchter Ihleburg setzen auf Klauen statt Pfötchen und Muh statt Miau.

Im Stall der Agrargenossenschaft Ihleburg lernen Paarhufer die Führung am Halfter. Mit einem Hund Gassi zu gehen kann ja jeder, denken sich wohl die fünf Mädels der Jungzüchter Ihleburg. Jeden Tag besuchen sie ihre großen Plüschtiere, trainieren sie, pflegen sie und bereiten sie auf ganz große Auftritte vor.
Erst seit zwei Jahren agieren die Ihleburger als Jungzüchter, aber in dieser Zeit machten sie sich schnell einen Namen, sodass sie sich heute ohne zu übertreiben zur Elite zählen können. Doch was macht so ein Jungzüchter eigentlich?

Paarhufer im Rampenlicht:
Am Rindermarkt ist es Gang und Gebe, dass besonders gute Tiere (sei es in Sachen Fleischansatz oder Milchproduktion) auf Rinderschauen vorgestellt werden. Hier können mitunter Kälber käuflich erworben oder Bullen bestaunt werden, die herausragende Nachkommen zeugen. Das Temperament des Tieres spielt in der Tierhaltung natürlich immer eine weitere Rolle – bis auf Rodeoclowns ist schließlich kaum jemand an den Kälbern eines Bullen interessiert, der Züchter und Punktrichter durch die Manege jagt. Hier kommen die Jungzüchter ins Spiel. Sie bringen den Tieren bei, ruhig am Strick zu laufen, sich richtig zu präsentieren und bestimmten Kommandos zu gehorchen.
Die Jungzüchter aus Ihleburg haben ihre Tiere fest im Griff. Ob Fleckvieh oder Schwarzbunte, zahlreiche Auszeichnungen für die Mädels zeigen, dass sie ganz genau wissen, was sie tun. Auf Bundesebene und sogar international räumen die Ihleburger einen Preis nach dem anderen ab, setzten die Latte für ihre Konkurrenten um einen großen Sprung nach oben.
Am vergangenen Wochenende nahmen die Mädchen mit fünf Rindern an der Milchrindschau in Steinfeld teil. In den Tagen davor liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Bei einem Jungzüchterwettbewerb kommt es nicht nur auf eine gute Führung, sondern auch auf ein gepflegtes Aussehen der Tiere von Kopf bis Fuß an. Mit Feingefühl und Geduld wurden die schwergewichtigen Fluchttiere an die Prozedur herangeführt. Mittlerweile stehen die Paarhufer entspannt still, wenn Jamie-Lynn, Cecile-Charlott, Angelina, Adriana und Victoria mit Schlauch und Bürste anrücken. Eine anspruchsvollere Aufgabe ist es da schon, den Tieren den passenden Haarschnitt zu verpassen. Die Wettkampfrichter gucken da mitunter noch genauer hin, als die Kundin eines Friseurs – seichte Übergänge zwischen unterschiedlichen Felllängen, ein gerader Rücken, kein zu langes Haar am Schopf. Millimeterarbeit wird von den Züchtern verlangt, der sich die Ihleburger gern stellen.

Regional präsent:
Im Jerichower Land zeigen die Ihleburger gern, warum sie lieber Kühe, Kälber, Färsen und Bullen trainieren, als mit Kätzchen zu schmusen. Bei Erntedankumzügen oder auf anderen Festen setzen sie ihren Verein und die Tiere passend in Szene. Am kommenden Samstag, 13. Oktober 2018, besuchen sie mit drei ihrer trainierten Schmusetiere den Hohenseedener Bauernmarkt. Hier dürfen große wie kleine Besucher auf Tuchfühlung mit den Rindern gehen und mit den Mädels über ihre Arbeit als Jungzüchter ins Gespräch kommen.