Gommern (mey). Kunst kann vielerlei Gefühle auslösen. Für die einen ist es ein Instrument, gesellschaftliche oder politische Probleme anzusprechen, für andere bietet sie einen temporären Schutz vor sozialer Ungerechtigkeit oder persönlichem Leid, wieder andere lassen sich von ihr schlichtweg unterhalten oder gar zum Lachen bringen.

Ein Lächeln tritt den meisten Besuchern der Kulturwerkstatt Gommern schon auf die Lippen, sobald sie einen Fuß in den Korridor gesetzt haben. Seit dem letzten Wochenende begrüßen hier Zeichnungen und Malereien des Magdeburger Gerd Bunzenthal neugierige Kulturliebhaber. Zu den ersten Besuchern der Galerie nach der Vernissage gehörten ehemalige und aktive Mitglieder der Kulturwerkstatt, die am Dienstag, 4. September 2018 zu ihrem vierteljährlichen Treffen zusammenkamen. Mittlerweile (aus unterschiedlichen Gründen) ausgeschiedene Kreative, die in den Gruppen Klöppeln und Textilgestaltung tätig waren, besuchen regelmäßig die Kulturwerkstatt, um sich mit Gleichgesinnten auszutauschen und durch die aktuelle Galerie zu schlendern.
Zeitgleich huschte eine weitere Künstlerin durch die Räume - Bärbel Röber brachte weitere Kunstobjekte vorbei. Einige ihrer ausgestellten Tonfiguren fanden gleich zur Vernissage schon einen Käufer, also musste Nachschub her. Die gebürtige Salzwedelerin entdeckte erst mit Mitte 50 ihre Leidenschaft für Ton- und Töpferarbeiten. 1997 machte sie sich erstmals mit dem formbaren Material vertraut und fand dann schnell ihr Talent für figürliche Gestaltungen. Kurz darauf gestaltete sie bereits erste Galerien und Kunstauktionen mit, stellte unter anderem im Fabularium des Hundertwasserhauses in Magdeburg aus. Mit Gerd Bunzenthal teilte sie sich erstmals eine Ausstellung in der Feuerwache Magdeburg.
Gerd Bunzenthal selbst ist den Gommeranern nicht unbekannt. Die gegenwärtige Ausstellung ist nicht seine erste in der Kulturwerkstatt, doch seine Bilder zu betrachten, wird nie langweilig. Dafür sorgen schon die unzähligen Details. So manch Betrachter wechselt die Perspektive - mal nah dran, mal weiter weg, zu entdecken gibt es aus jedem Winkel etwas. Sein kreatives Talent teilt der gelernte Schlosser gern. So ist er beispielsweise Mitglied der Gruppe 90 und leitet zudem verschiedene Zirkel von Kinder- und Jugendeinrichtungen.
Bei solch einem kreativ aktiven Vater verwundert es kaum, dass sich auch Tochter Katrin Bunzenthal künstlerisch auszudrücken weiß. Die Diplom-Restauratorin ist die dritte Künstlerin im Bunde derer, die die Galerie der Kulturwerkstatt Gommern noch bis zum 22. Oktober 2018 gestalten. So ganz trat sie jedoch auch nicht in die Fußstapfen ihres Vaters, Pinsel und Farbe kommen bei ihr erst für die Details zum Einsatz, wenn sie ihre Töpferarbeiten mit verspielten Verzierungen veredelt. Ihr liebstes Motiv darf in der Ausstellung natürlich nicht fehlen - glänzend schwarze Amseln mit prachtvoll goldenen Schnäbeln sitzen auf den meisten ihrer getöpferten Teekannen, Tassen, Bechern und allerlei anderen Tongefäßen.