Burg (eb). Am Donnerstagabend, 15. November 2018, wurde der Clausewitz-Preis der Stadt Burg im Mehrzwecksaal der Clausewitz-Kaserne an das Logistikbataillon 171 stellvertretend für die Bundeswehr verliehen.

Jedes Jahr gedenkt die Stadt Burg ihres wohl berühmtesten Sohnes: Carl Philipp Gottlieb von Clausewitz, Preußischer General, Stratege und Heeresreformer. Zusammen mit seiner Frau Marie von Clausewitz hat er auf dem Burger Ostfriedhof seine letzte Ruhestätte gefunden. Auch in diesem Jahr fand am Vorabend seines Todestages in einer feierlichen Zeremonie eine Kranzniederlegung an der Grabstätte statt, an der sich die Stadt Burg, das Kommando Streitkräftebasis, das Logistikbataillon 171 und die Clausewitz-Gesellschaft beteiligten. Der stellvertretende Kommandeur des Logistikbataillons 171, Oberstleutnant Christoph Krohn, würdigte in seiner Ansprache die Verdienste Clausewitz’ und die Bedeutung seines Werkes in der heutigen Zeit. Im Anschluss fand im Mehrzwecksaal der Clausewitz-Kaserne der Festakt zur Verleihung des Clausewitz-Preises der Stadt Burg statt. Gut 150 Gäste konnte Bürgermeister Jörg Rehbaum begrüßen, darunter die Landtagspräsidentin des Landtages von Sachsen-Anhalt, Gabriele Brakebusch, den Präsidenten der Clausewitz-Gesellschaft, Generalleutnant a.D. Kurt Herrmann und den stellvertretenden Kommandeur des Logistikbataillons 171, Oberstleutnant Christoph Krohn.
Der Kommandeur des Logistikbataillons 171, Oberstleutnant Michael Labsch, derzeit noch im Auslandseinsatz in Afghanistan weilend, wurde per Videokonferenz direkt zugeschaltet. In ihrem Grußwort richtete die Landtagspräsidentin ihre Worte ganz besonders an die Soldatinnen und Soldaten im Einsatz. Sie seien bereit, sich aktiv für den Frieden und demokratische Werte einzusetzen und sie freue sich über den regen Austausch mit den Soldaten in Burg, der sich auch in den vielen gemeinsamen Veranstaltungen zeige, zu denen sie bereits nach Burg habe kommen dürfen. Weitere Grußworte sprachen der Präsident der Clausewitz-Gesellschaft, Generalleutnant a.D. Kurt Herrmann und der Inspekteur der Streitkräftebasis, Generalleutnant Martin Schelleis. Der Laudator des Abends, Dr. Christian Hartmann vom Institut für Zeitgeschichte München, verdeutlichte in seiner Rede die große Bedeutung, die von Clausewitz’ Wirken bis heute ausgeht. Für die Bundeswehr bilde er im Zuge der Preußischen Heeresreformen eine wichtige Traditionslinie und seine Theorien und Analysen über den Krieg als Mittel zur Erreichung politischer Ziele seien weltweit viel gelehrte und diskutierte Inhalte militärischer Ausbildung. Auch die Bundeswehr folge als Parlamentsarmee dem politischen Willen. Es sei eine Neuerung, den Clausewitz-Preis im Jahr 2018 ausnahmsweise an eine Institution und nicht an eine Einzelperson zu verleihen. Dennoch sei die Entscheidung nicht zuletzt aufgrund der aktiven Bewahrung des Vermächtnisses von Clausewitz in der Bundeswehr in ihrem Traditionsverständnis folgerichtig.
Der Kommandeur des Logistikbataillons 171, Oberstleutnant Michael Labsch, bedankte sich aus dem Einsatz in Mazar-e-Sharif stellvertretend für die Bundeswehr für die Auszeichnung. „Ich könnte mir kein besseres Miteinander zwischen Militär und Gesellschaft wünschen, als ich es in Burg erlebe“, sagte er in seiner Dankesrede. Noch etwa zwei Wochen Einsatzzeit verbleiben für die Burger Soldatinnen und Soldaten in Afghanistan. Zum Rückkehrerappell am 6. Dezember werden sie in der Clausewitz-Kaserne in Burg willkommen geheißen.