Gommern (eb). Am Sonntag, dem Volkstrauertag, wurde auch in Gommern der Opfer der beiden Weltkriege gedacht.

Um 10.15 Uhr begann die Gedenkveranstaltung mit einem Gottesdienst im Alten Pfarrhaus der evangelischen Kirche. In seiner Predigt erinnerte Pfarrer Michael Seils insbesondere an die Kinder, die wegen des Krieges ohne Väter aufwachsen mussten und Mütter, die plötzlich auf sich allein gestellt waren.
Nach dem Gottesdienst ging es zum Friedhof, wo sich weitere Stadträte, Vertreter der Stadtverwaltung sowie Gommeraner Bürgerinnen und Bürger eingefunden hatten. Bürgermeister Jens Hünerbein erinnerte in seiner Ansprache an das Ende des Ersten Weltkrieges vor genau hundert Jahren und die neue Dimension dieses Krieges mit Flugzeugen, U-Booten und Giftgas und die 40 Nationen, die in diesen Krieg eingebunden waren. In einer Zeit des wieder erstarkenden Nationalismus müsse alles dafür getan werden, dass sich die Geschichte nicht wiederholt. Nach seiner Ansprache legte er mit der Stadtratsvorsitzenden Margrit Peters einen Kranz am Ehrenmal für die gefallenen Soldaten nieder. Einen weiteren Kranz legten die beiden Kameraden der Gommeraner Patenkompanie aus Burg nieder, die ebenfalls an der Gedenkveranstaltung teilnahmen.
Am Mahnmal für die Opfer von Krieg und Faschismus legten Landtagsabgeordnete Dietmar Krause gemeinsam mit Stadtrat und Fraktionsvorsitzender der SPD/Die Grünen, Walter Schmidt, ebenfalls einen Kranz nieder. Schließlich begaben sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum ehemaligen jüdischen Friedhof in Gommern. Dort wurde ein weiterer Kranz niedergelegt, wobei dieses Mal Pfarrer Seils sowie Stadtrat und Fraktionsvorsitzender von Die Linke, Mario Langer, diese Aufgabe übernahmen. Nach einem Schlusswort des Bürgermeisters endete die Veranstaltung. Dass mehrere Teilnehmer von Verwandten berichteten, die sie während des Zweiten Weltkrieges verloren hatten, zeigte, wie aktuell dieser Krieg noch im Gedächtnis ist und wie wichtig die Erinnerung und Mahnung an solchen Tagen für uns alle ist.