Burg (mey). Im Jerichower Land gibt es eben mehr zu sehen als nur weite Wiesen, den Fiener Bruch, ein Kloster und die Ihle. Die „Landseniorenvereinigung Jerichower Land“ folgt den geschichtlichen Spuren des Landkreises.

Die Landsenioren Jerichower Land hatten sich am Donnerstag, 5. April 2018, mit einem bestimmten Abschnitt der Burger Geschichte auseinandergesetzt. Seit 1299 wurde in der Stadt der Türme gegerbt – in der historischen Gerberei in der Hainstraße sind die Spuren dieser die Epochen überdauernden Branche bis heute erhalten und laden dazu ein, sich mit dem besonderen Handwerk auseinanderzusetzen.
33 Seniorinnen und Senioren waren der Einladung der Landseniorenvereinigung gefolgt. Viele von ihnen hatten sich in der Vergangenheit schon um das eine oder das andere Mal mit der Geschichte der Gerberei beschäftigt oder hatten diesen geschichtsträchtigen Ort bereits besucht. Dennoch ergab sich den Teilnehmenden die Gelegenheit, das eigene Wissen zu vertiefen und so manch neue Eindrücke zu bekommen und Erkenntnisse zu gewinnen.
Petra Thiele vom Heimatverein Burg hatte die Gäste durch die Gerberei und ihre Vergangenheit geführt. Hierbei erklärte sie, wie auch in Burg aus Tierfellen Leder und schließlich Schuhe gefertigt wurden. Dabei ging sie auch auf die besonderen Arbeitsbedingungen ein, die heute im fortschrittlichen Mitteleuropa undenkbar erscheinen, die jedoch auch gegenwärtig noch in weniger industrialisierten Ländern wie Marokko zum Arbeitsalltag gehören. Zum Ende der Reise in die Geschichte wurde den Landsenioren ein Einblick in die Seifenmanufaktur Haase/Buttenberg ermöglicht. Auch hier wurden anschaulich einzelne Arbeitsschritte geschildert und viel Wissenwertes über die Historie in Burg vermittelt.
Der Heimatverein Burg hatte auch für einen gelungenen Abschluss des Nachmittages für seine Gäste vorgesorgt. Im gemütlichen Ambiente, umgeben von Vitrinen voll interessanter geschichtlicher Ausstellungsstücke, wurden Kaffee und Kuchen gereicht. Hierbei bekamen die Landsenioren nicht nur die Gelegenheit, sich auszutauschen und Erlebtes gemeinsam auszuwerten und zu vertiefen, sondern außerdem mit Heimatvereinsmitgliedern wie Karin Zimmer ins Gespräch zu kommen und sich mit dem Wirken des Heimatvereins der Kreisstadt vertraut zu machen.

Die Landseniorenvereinigung Jerichower Land
Etwa alle fünf bis sechs Wochen treffen sich die Landsenioren des Jerichower Landes zu unterschiedlichsten Anlässen und Unternehmungen. Die Mitglieder dieses eingetragenen Vereins verbindet eins: erhaltene Leidenschaft und gebliebenes Interesse am Wirtschaftszweig der Landwirtschaft. Ob ehemaliger Betriebsleiter oder Traktorist, ob Melker oder Schweinezüchter, jeder, der ein für die Landwirtschaft schlagendes Herz in seiner Brust trägt, ist herzlich willkommen. Doch für die Landsenioren des Jerichower Landes dreht sich nicht alles immer nur um Weizenerträge, Kälbergesundheit oder Pflanzenschutzmaßnahmen. Vielmehr geht es darum, mit irgendwie Gleichgesinnten soziale Kontakte zu pflegen und dabei in erster Linie das Jerichower Land immer besser kennenzulernen.
Der gemeinsame Ausflug in die historische Gerberei war nur eine von vielen Unternehmungen, die für das Jahr 2018 geplant sind. Am 18. Mai 2018 werden die Landsenioren die Scheune der Mühle in Reesen besuchen, wo ihnen der „Magdeburger des Jahres 2017“ und Kriminalrat außer Dienst Lothar Schirmer sein Buch über kriminelle Machenschaften auf unterhaltsame, humoristische Weise vorstellen wird.
Ein weiteres regionales Ausflugsziel wird der Verein im Juni besuchen. Zum wiederholten Male werden die Senioren dann zum Tierpark Zabakuck reisen. Die alljährliche Busreise der Landsenioren wird sie im August 2018 in den Spreewald führen. Höhepunkt dieses Tagesausflugs wird eine Kahnfarht durch die Region südlich Berlins darstellen.
Neue Mitglieder aus dem Jerichower Land, von Dornburg bis Mangelsdorf und von Hohenwarthe bis Karow sind stets willkommen. Interessierte können sich zur Anmeldung oder für weitere Informationen an Roswitha Rode, zu erreichen unter der Telefonnummer 01 74 / 75 23 045, wenden.