Burg (luk). Gleich zwei Kranzniederlegungen gab es anlässlich des 236. Geburtstages von Carl von Clausewitz, an dessen Grab auf dem Ostfriedhof in Burg. 

Sowohl die Clausewitzfreunde, als auch die Forschungsgemeinschaft Carl von Clausewitz hielten eigene Veranstaltungen ab. Dabei enthüllten die Clausewitzfreunde um Klaus Möbius eine Gedenktafel, auf der ein Spruch von Marie Sophie von Clausewitz graviert ist. Dieser Spruch befand sich auf dem urspünglichen Sockel des Clausewitzgrabes, welcher einst in Breslau verblieb. Die Forschungsgemeinschaft hingegen nutzte die Erinnerung an den großen Militärphilosophen dafür, einen Carl von Clausewitz-Gedächtnismarsch zu initiieren. Dabei bedienten sie sich der Idee des Scharnhorst-Gedächtnismarsches. Die ersten acht Kilometer gingen durch das Bürgerholz, nun soll in jedem Jahr ein Marsch zu Ehren Clausewitz stattfinden, wie es hieß. 

Warum allerdings zwei Gruppen, die sich mit dem historischen Erbe des großen Burger Sohnes beschäftigen, zwei einzelne Veranstaltungen durchführen müssen, ist nur schwer nachvollziehbar. Während die Gruppe um Möbius mit der Clausewitz-Erinnerungsstätte das touristische und antiquarische Feld um Clausewitz als Arbeitsgrundlage nehmen könnte, könnte sich die Forschungsgemeinschaft um die wissenschaftliche Aufarbeitung bisher unbekannter Teile der Clausewitzschen Geschichte bemühen. 

Das würde dann auch die Spaltung beenden und andere Organisationen, wie die Bundeswehr und verschiedene Reservistenkameradschaften nicht ständig zu einem Spagat nötigen. So aber muteten beide Veranstaltungen wie Konkurrenzen an. Eines jedenfalls war klar zu erkennen, sowohl die Möbius- als auch die Zube-Gruppe waren bemüht, das wirkliche Geburtsdatum Clausewitz an die Öffentlichkeit zu bringen. 

Noch vor 36 Jahren galt nämlich der 1. Juni 1780 als Geburtstag. Dabei ist im Kirchenbuch der Kirche „Unserer Lieben Frauen“ in Burg der 1. Juli 1780 vermerkt. Das hat die Forschungsgemeinschaft herausgefunden und darauf stützen sich nun nicht nur die beiden Burger Clausewitzgruppen, sondern eine ganze Reihe Clausewitzfreunde weltweit. 

Das für beide Gruppen der am Grabmal angebrachte Spruch „Mors Amorem Non Separat“ – Auch der Tod kann die liebenden nicht trennen – nicht zutrifft, dürfte klar sein, aber vielleicht sollte hier die Vernunft über die Eitelkeit siegen. Die Stadt Burg und dessen Umgebung sowie Clausewitz als touristische Marke selbst, würde dies sicherlich gut tun.